Cloud Gaming

Vergleich von 13 geprüften Tarifen, gefunden bei 9 Anbietern

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Cloud Gaming Test: 9 Anbieter im Vergleich

Gaming aus der Cloud - für viele Zocker ein wahrgewordener Traum. Mit Cloud Gaming spielen Sie Ihre Lieblingsspiele ohne lästige Downloads und und Einschränkungen direkt auf dem Gerät Ihrer Wahl. Werfen Sie einen Blick auf die Gaming-Plattformen von Morgen:

Author
Maximilian Reichlin
Veröffentlicht
26. Juli 2021
Aktualisiert
26. Juli 2021

Die Zukunft des Zockens dank Cloud-Technologie? Cloud Gaming ist ein noch recht junger, aber stetig wachsender Markt. Verschiedene Big-Player wie Google und auch ganz neue Unternehmen wie Shadow versprechen die Revolution des Gamings durch “Outsourcing” in die Cloud. Leistungsstarke Hardware anzuschaffen, um auch die neuesten grafikintensiven Games spielen zu können, soll dadurch hinfällig werden. Doch halten die Cloud-Gaming-Plattformen auch, was sie versprechen? Wie funktioniert Cloud Gaming überhaupt und was brauchen Sie dafür? Welche Spiele stehen zur Verfügung? Das und noch mehr erfahren Sie im umfangreichen Cloud-Gaming-Ratgeber von trusted.

Praxistest: Cloud Gaming 2021 im Test

trusted hat 9 aktuelle Cloud-Gaming-Services unter die Lupe genommen und 5 davon einem umfangreichen Praxistest unterzogen. Im Folgenden erfahren Sie alles über die Vor- und Nachteile der einzelnen Plattformen rund um Google Stadia, PlayStation Now und NVIDIA GeForce Now, sowie deren jeweilige Besonderheiten.

9
Anbieter im Vergleich
5
Anbieter im Praxistest
85
Stunden Aufwand
20
Spielstunden
1

Google Stadia

Der Vorreiter des Internetgiganten

Google Stadia macht in Sachen Cloud Gaming schon vieles richtig, aber noch längst nicht alles perfekt. Zwar ist die Performance der Plattform grundsätzlich gut und vermeidet konsequent Input-Lags, Abstürze und sonstige Angst-Momente, die beim Cloud Gaming mitschwingen. Die Grafikqualität bleibt aktuell allerdings noch hinter den Versprechungen des Anbieters zurück. Die empfohlenen Bandbreiten reichen für einen guten Stream hinten und vorne nicht; vor allem die Verbindung per WLAN macht gerne Probleme oder lässt den Stream teilweise überhaupt nicht zu. Hier muss technisch noch nachgebessert werden. Auch die Spieleauswahl ist noch nicht umfangreich genug, als dass Google mit Stadia eine Revolution auslösen könnte. Gerade einmal 160 Games tummeln sich gerade im Stadia Store - darunter aber zumindest aktuelle Highlights wie “Cyberpunk 2077”, “Assassins Creed Valhalla” oder “Immortals Fenyx Rising”. Teilweise stehen Spiele für Abonnenten sogar in der Flatrate zur Verfügung, und können kostenlos freigeschaltet werden. Späße wie ein eigener Controller plus Streaming-Stick (für das Zocken auf dem Fernseher) sowie Family Sharing sind nette Dreingaben. Am Beispiel Stadia sieht der kritische Gamer aber auch deutlich, dass das Zocken aus der Cloud noch mit Problemen zu kämpfen hat. Ob diese in Zukunft ausgemerzt werden? Zumindest in Sachen Games verspricht Google schon jetzt mehr Content und kündigt für 2021 und 2022 insgesamt 400 neue Spiele für Stadia an - nennt aber noch keine konkreten Titel. Der Basis-Account von Stadia ist übrigens kostenlos, dann aber ohne 4K.

Vorteile
  • Streamen auf PC, Fernseher oder mobil
  • Auflösung bis zu 4K mit HDR
  • 5.1-Surround-Sound
Nachteile
  • Grafik-Mängel auch bei ausreichender Bandbreite
  • Problematischer Stream via WLAN
  • Kein Besitz von Spielen
2

PlayStation Now

Die Flatrate voll mit PlayStation-Games

PlayStation Now bietet eine Flatrate von aktuell rund 700 Spielen, alles ausschließlich Titel, die auch auf der PlayStation 3 und PlayStation 4 erschienen sind. Das Lineup ist damit im Vergleich recht ordentlich und besteht auch aus einigen ehemaligen Highlights, wie “Horizon Zero Dawn”, “Hitman 3”, “The Crew 2” und vielen mehr. Attraktiv an PlayStation Now ist vor allem, dass sich auch Exklusivtitel wie “Horizon” oder “Bloodborne” per Streaming auf dem PC spielen lassen können. Dass Sie auch dafür einen Controller brauchen, und die Games nicht per Maus und Tastatur steuern können, ist dagegen weniger schön. Ein Manko ist außerdem die Einschränkung auf maximal 720p oder HD-ready und 30 FPS beim Streamen. Ja, die Spiele sehen auch in dieser Auflösung und Bildrate noch in Ordnung aus; Nutzer mit Full-HD- oder gar 4K-Bildschirmen schauen trotzdem sprichwörtlich in die Röhre und können nicht die ganze Power der Games auskosten. Besser ist die Grafik, wenn Sie die Spiele nicht streamen, sondern herunterladen; das ist zum Beispiel mit einer eigenen PS4 oder PS5 möglich, führt gleichzeitig aber auch den Grundgedanken des Cloud Gaming ad absurdum. In Sachen Performance schlägt sich PlayStation Now ganz gut, mit kleineren Macken in der App für Windows, die aber in der Regel mit einem Neustart zu beheben sind. Fazit: Für PlayStation-Fans ist PS Now eine gute Ergänzung zur Heimkonsole, für PC-Nutzer möglicherweise ein geeigneter Moment, die verpassten PS-Exklusivtitel nachzuholen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt jedenfalls; für rund 10 Euro pro Monat bekommen Sie Zugriff auf die gesamte Spielebibliothek als Flatrate.

Vorteile
  • Rund 700 Spiele als Flatrate
  • Exklusive PS-Spiele auch auf PC
  • Optionaler Download auf PlayStation 4 oder 5
Nachteile
  • Maximal 720p und 30 FPS
  • Probleme der PC-App
  • Teilweise Grafik-Probleme und Lags auf dem PC
3

NVIDIA GeForce Now

Cloud Computing vom Grafikkartenvorreiter

NVIDIA GeForce Now versteht sich selbst in erster Linie nicht als ausgemachte Games-Plattform, was auch erklärt, warum der Dienst keine eigenen Spiele im Gepäck hat. Stattdessen stellt GeForce Now Ihnen nur einen virtuellen Gaming-PC zur Verfügung, mit dem Sie Ihre bereits gekauften Spiele von Plattformen wie Steam, Epic, Origin oder Ubisoft Connect synchronisieren und streamen können. Die Plattform ist damit im Grunde eine Schnittstelle zwischen den Games, einem virtuellen Gerät und Ihrem bevorzugten Endgerät; das kann ein PC, Mac, Smartphone oder ein Fernseher mit AndroidTV sein. Die leicht andere Herangehensweise von NVIDIA bringt Vor- und Nachteile mit sich. Zwar müssen Sie wie bei Google Stadia jedes Spiel einzeln kaufen; allerdings sind Sie anders als dort nicht so stark durch die vorhandene Auswahl eingeschränkt und können spielen, was Sie wollen. Ständig kommen neue kompatible Games hinzu. Schade ist nur, dass einige Publisher die Mitarbeit an der Plattform verweigern und ihre Lizenzen nicht zur Verfügung stellen, darunter etwa Activision-Blizzard, EA oder Bethesda. So fehlt es an einigen bekannten Franchises. Dafür stimmt bei GeForce Now technisch alles; die Streamingqualität ist (selbst beim Zocken in WLAN-Netzwerken) meist hervorragend und die Grafikpower mit maximal 1080p und 60 FPS zumindest noch gut. Zielgruppe sind Core-Gamer, die ihre eigene Maschine nicht regelmäßig aufrüsten wollen, aber keine Lust haben, auf ihre Lieblingsspiele und zukünftige PC-Blockbuster zu verzichten.

Vorteile
  • Gute Streamingqualität auf allen Geräten
  • Import eigener Spielebibliotheken
  • Viele Triple-A-, Indie- und F2P-Titel
Nachteile
  • Potentiell lange Wartezeiten
  • Spiele müssen separat gekauft werden
  • Nicht alle Publisher und Marken verfügbar
4

MagentaGaming

Der deutsche Cloud-Gaming-Service der Telekom

MagentaGaming ist aktuell der einzige deutsche Wettbewerber im Vergleich und gleichzeitig der günstigste. Nur 6,95 Euro pro Monat bezahlen Sie hier für den Zugriff auf insgesamt 130 Spiele. Diese Auswahl ist sowohl quantitativ als auch qualitativ recht eingeschränkt und enthält nur wenige bekannte Hits oder namhafte Triple-A-Titel. Stattdessen tummeln sich hier vermehrt Gelegenheitsspiele, ältere Blockbuster, das eine oder andere Indie-Spiel sowie einige Spiele von deutschen Entwicklerstudios. Casual-Gamer fühlen sich hier pudelwohl und finden im Lineup immer mal wieder ein nettes Spiel für Zwischendurch; für Core-Gamer hat MagentaGaming allerdings noch kaum Argumente. Wird die Auswahl der Spiele in Zukunft allerdings auch um interessante Triple-A-Titel erweitert, könnte sich das ändern, denn zumindest die technische Basis ist schon einmal da. Full-HD mit 1080p sowie eine konstante Bildrate von 60 FPS sind recht ordentlich; hinzu kommt die Möglichkeit, Grafik und Performance selbstständig an die aktuelle Internetverbindung anzupassen. Schade nur, dass aktuell nur wenige Geräte unterstützt werden. Neben PC und Mac sind das mobile Geräte mit Android-Betriebssystem (eine iOS-App existiert nicht) sowie Android TV, beispielsweise mit dem MagentaTV Stick. Fazit: MagentaGaming bietet eine ordentliche Performance und dank des günstigen Monatspreises eine gute Preis-Leistungs-Verhältnis, muss allerdings noch an der Basis arbeiten: der Spielebibliothek.

Vorteile
  • 1080p und 60 FPS
  • Alle Steuerungsmodi unterstützt
  • Indie-, Casual- und deutsche Spiele
Nachteile
  • Eingeschränkte Spieleauswahl
  • Kaum bekannte Games im Angebot
  • Keine iOS-App
5

Vortex

Der mittelmäßige Player aus Polen

Die polnische Cloud-Gaming-Plattform Vortex ist in vielerlei Hinsicht ein zweischneidiges Schwert. Ähnlich wie bei PlayStation Now kommt die Auflösung aktuell noch nicht über 720p hinaus (obwohl Full-HD schon seit einiger Zeit angekündigt ist) und die Spieleauswahl ist mit rund 170 Titeln ebenfalls recht knapp bemessen. Zudem hakt es an der Verbindungsqualität: Ruckler, lange Ladezeiten und Input-Lags sind an der Tagesordnung, was das Spielerlebnis stark trüben kann. Ein besonderes Steckenpferd von Vortex ist augenscheinlich Mobile Gaming. Nicht nur stehen einige Mobile Games auf der Plattform zur Verfügung, auch die innovative Onscreen-Touch-Steuerung, die auf Android-Smartphones und -Tablets zum Einsatz kommt, spricht dafür. Würde Vortex diesen Weg konsequent verfolgen, könnte das ein nettes Alleinstellungsmerkmal sein. Leider versucht die Plattform, mehr zu sein, als sie ist, und wirbt mit einer Reihe von kompetitiven Shootern wie PUBG oder Fortnite (die durch den Input-Lag im Grunde unspielbar sind) und hat sogar schon Titel wie Cyberpunk 2077 angekündigt (für die die maximale Grafikqualität aber ungeeignet ist). Ein weiterer Wermutstropfen: Für rund ein Viertel der Spiele auf Vortex benötigen Sie eine bereits bezahlte Lizenz auf Steam oder Epic, um sie überhaupt zu spielen. All diese Probleme sind schade, denn gerade den schön gestalteten Apps des Anbieters sieht man an, dass Vortex einmal große Ziele hatte - dann aber an den eigenen Ambitionen zerschellt ist.

Vorteile
  • Alle Steuerungsmodi unterstützt
  • Indie-, Casual- und F2P-Spiele
  • Ansprechende Apps
Nachteile
  • Schwache Spieleauswahl
  • Lizenz für viele Spiele benötigt
  • Input Lags

Was ist Cloud Gaming?

Cloud Gaming ist im Kern das Spielen von Computer- bzw. Videospielen via Cloud Computing; das heißt: statt auf dem eigenen Heimgerät laufen Spiele auf einem externen Server, von dem die Spielinhalte über das Internet gestreamt werden. Spieler benötigen beim Cloud Gaming außer einem internetfähigen Gerät kein Zubehör und keinen Speicherplatz, da ein entsprechend leistungsstarker “Computer” auf dem Cloud-Server eingerichtet ist. Cloud-Gaming-Dienste sind etwa Google Stadia, PS Now oder NVIDIA GeForce Now.

Cloud Gaming verspricht, die neue Art des Gaming zu werden
Cloud Gaming verspricht, die neue Art des Gaming zu werden
Quelle: trusted.de

Das Ganze können Sie sich vorstellen, als würde die nötige Hardware für die Games “ausgelagert”. Statt auf dem eigenen PC oder der Konsole wird auf dem Server der jeweiligen Gaming-Plattform ein vorgefertigtes virtuelles Gerät für Sie zur Verfügung gestellt, das die nötige Rechenpower mitbringt und für die Verarbeitung der Spiele und der Grafik sorgt.

Darin liegt auch die große Attraktivität von Cloud Gaming: Die verschiedenen Anbieter versprechen eine Gaming-Landschaft, in der teure Hardware und ein optimiertes Heim-Setup unnötig sind. Damit holen sie vor allem Gaming-Einsteiger und Zocker ohne das nötige Budget für aktuelle Hardware ab.

Cloud Gaming bietet anspruchsvolle Spiele wie Cyberpunk 2077 und macht sie auch Spielern ohne High-End-Hardware zugänglich
Cloud Gaming bietet anspruchsvolle Spiele wie Cyberpunk 2077 und macht sie auch Spielern ohne High-End-Hardware zugänglich
Screenshot: trusted.de
Quelle: stadia.google.com

Wie funktioniert ein Cloud-Gaming-Dienst?

Beim Cloud Gaming werden Spiele auf einem externen Server installiert und gestartet. Befehle für das Spiel - wie Tastatureingaben, Mausbewegungen oder Knopfdrücke auf einem Controller - werden per Internet an den Server gesendet und dort verarbeitet. Der Server wiederum überträgt das Videosignal zurück an Ihr Gerät, so dass Sie die Folgen Ihrer Befehle auf dem Bildschirm sehen können. Im Grunde ist Cloud Gaming also nichts anderes, als erweitertes und interaktives Videostreaming.

Beim Cloud Gaming werden Eingabebefehle auf einem externen Server verarbeitet und das Spiel anschließend als Videoübertragung an das Gerät Ihrer Wahl gestreamt
Beim Cloud Gaming werden Eingabebefehle auf einem externen Server verarbeitet und das Spiel anschließend als Videoübertragung an das Gerät Ihrer Wahl gestreamt
Quelle: trusted.de

Die Übermittlung der Signale geschieht beim Cloud Gaming im besten Fall in Echtzeit und mit allen Befehlen gleichzeitig, so dass es nicht zu störenden Verzögerungen kommt. Das Einzige, was zum Spielen also zwangsläufig benötigt wird, ist eine ausreichend starke Internetverbindung sowie ein Gerät, das die ankommenden Videosignale auch anzeigen kann. Das muss ausdrücklich kein Hochleistungs-PC sein - oder überhaupt ein Computer. Auch auf Mobilgeräten und TV-Bildschirmen lässt sich der Stream realisieren.

Alles, was Sie für Cloud Gaming brauchen, ist ein passendes internetfähiges Gerät und die App Ihrer gewählten Cloud-Gaming-Plattform
Alles, was Sie für Cloud Gaming brauchen, ist ein passendes internetfähiges Gerät und die App Ihrer gewählten Cloud-Gaming-Plattform
Screenshot: trusted.de
Quelle: vortex.gg

Wer braucht Cloud Gaming?

Cloud Gaming ist vor allem für Spieler attraktiv, die nicht über einen leistungsstarken Gaming-PC oder eine Konsole verfügen. Ist Ihr Heimgerät nicht leistungsfähig genug, um die neuesten Spielehits mit den besten Grafikeinstellungen zu bewältigen, kann Cloud Gaming eine echte Alternative sein. Hier spielt Ihr Heimsetup keine Rolle, da die Server der Gaming-Dienste ideal auch für anspruchsvollste Spiele ausgestattet sind. So müssen Sie trotz veralteter Hardware nicht auf die neuesten Games verzichten.

Cloud Gaming für Multiplayer-Spiele?

Natürlich eignet sich Cloud-Gaming nicht für jede Art von Spiel. Während Single-Player- oder Koop-Spiele (die Sie entweder alleine oder mit einer kleinen Gruppe spielen) kein Problem für Cloud Gaming darstellen, sind kompetitive Online-Spiele eine andere Hausnummer. Hier spielen Sie mit und gegen mehrere Spieler gleichzeitig, was einen guten “Ping”, also eine ausreichend gute Latenz zwischen Steuerung und Videosignal erfordert.

Singleplayer-Spiele wie Detroit: Become Human lassen sich via Cloud Gaming ideal spielen - Multiplayer-Spiele stellen die Technologie dagegen noch vor Probleme
Singleplayer-Spiele wie Detroit: Become Human lassen sich via Cloud Gaming ideal spielen - Multiplayer-Spiele stellen die Technologie dagegen noch vor Probleme
Screenshot: trusted.de
Quelle: playstation.com

Gerade bei Online-Shootern kommt es auf genaues Zielen und eine schnelle Reaktionszeit an, was durch die Verzögerung der unterschiedlichen Signale im Stream erschwert wird. Hier machen selbst Verzögerungen um Millisekunden den Unterschied zwischen einem Treffer und einem Fehlschuss aus. Das wiederum kann über Sieg oder Niederlage entscheiden und ist daher essentiell für den Spielspaß.

Cloud Gaming oder PC - Was ist besser?

Schon mit dem Aufkeimen der ersten Cloud-Services Anfang 2019 entbrannte in Zocker-Kreisen eine lebhafte Diskussion darüber, ob Cloud-Gaming eine willkommene technische Innovation oder - gelinde gesagt - eine Saat des Bösen ist. Vor allem Veteranen in der Gamerschaft stehen dem Cloud Gaming misstrauisch gegenüber und setzen nach wie vor lieber auf den eigenen PC oder die Heimkonsole. Die Diskussion hat viele Facetten; daher zeigt trusted Ihnen hier auf einen Blick die wichtigsten Vor- und Nachteile von Cloud Gaming gegenüber dem klassischen Heimsetup:

Cloud Gaming - Vor- und Nachteile

  • Vorteile
  • Günstiger Einstieg
  • Neueste Spielehighlights
  • Zocken auf allen Geräten
  • Keine Downloadzeiten mehr
  • Nachteile
  • Internetpflicht
  • Anbieterbindung (Spieleauswahl)
  • Kein Besitz der Spiele
  • Keine selbstständige Konfiguration

Günstiger Einstieg

Einen soliden Gaming-PC bekommen Sie heutzutage für einen Preis ab 600 Euro; nach oben sind die Grenzen im Grunde offen. High-End-PCs mit modernsten Komponenten schlagen mit 2.000 bis 3.000 Euro und mehr zu Buche. Dafür halten die Geräte im Schnitt 3 bis 4 Jahre, bevor Sie einzelne Teile austauschen und auf den neuesten Stand bringen müssen. Das wird in der Regel die Grafikkarte sein, die - einer alten Faustregel zufolge - etwa ein Drittel der Kosten des gesamten Setups ausmacht und damit noch einmal zwischen 200 und 1.000 Euro kostet.

Im Gegensatz dazu gibt es einen Zugang zum Cloud-Gaming für aktuell ab 10 bis 13 Euro pro Monat (Spiele nicht mitgerechnet). Gehen wir von einer Gerätelebensdauer von 4 Jahren aus, belaufen sich die Kosten für Ihren “virtuellen PC” damit auf ca. 624 Euro, plus ggf. noch einmalige Kosten für die Hardware (bei Google Stadia aktuell rund 100 Euro). Rein preislich bewegen sich Cloud-Gaming-Plattformen also im Vergleich zum Gaming-PC im unteren Bereich - auch da Sie keine Folgekosten für neue Komponenten haben.

Cloud Gaming ist nicht teuer; schon ab 10 Euro pro Monat bekommen Sie auf vielen Plattformen Ihr Abo
Cloud Gaming ist nicht teuer; schon ab 10 Euro pro Monat bekommen Sie auf vielen Plattformen Ihr Abo
Screenshot: trusted.de
Quelle: vortex.gg

Neueste Spielehighlights

Cloud Gaming präsentiert sich gerne als der große Gleichmacher und Heilsbringer der Gamerschaft. Vorbei die Tage, in denen Sie bei aktuellen Spielehighlights die Grafikeinstellungen künstlich herunterschrauben müssen, damit ihr altes Gerät mit dem Spiel umgehen kann. Vorbei die Zeiten von konsolenexklusiven Titeln, die nur mit der entsprechenden Heimkonsole gezockt werden können.

Viele Cloud-Gaming-Plattformen warten mit den neuesten Spielehighlights wie Cyberpunk 2077 oder Assassins Creed Valhalla auf
Viele Cloud-Gaming-Plattformen warten mit den neuesten Spielehighlights wie Cyberpunk 2077 oder Assassins Creed Valhalla auf
Screenshot: trusted.de
Quelle: stadia.google.com

Mit Cloud Gaming haben Sie Ihren hochgerüsteten Hochleistungs-PC sprichwörtlich immer dabei und können selbst neueste Blockbuster auf jedem Gerät zum Laufen bringen - selbst auf alten “Kartoffeln”. Jedes Mal eine neue Grafikkarte anzuschaffen, nur weil die neue Spielegeneration wieder einmal anspruchsvoller geworden ist, ist im Cloud Gaming kein Thema mehr.

Zocken auf allen Geräten

Cloud Gaming ist flexibler, als klassisches Gaming auf PC oder Konsolen, da Sie hier nicht an ein bestimmtes Gerät gebunden sind. Jedes Gerät, für das eine App des gewählten Cloud-Gaming-Anbieters zur Verfügung steht, wird zu Ihrem Gaming-PC. Das kann ein Computer/Notebook sein, aber auch ein Fernseher (ggf. mit Streaming-Stick) oder sogar ein Mobilgerät wie ein Smartphone oder ein Tablet. Gerade letztere hätten eigentlich nicht die nötigen Kapazitäten, um grafik- und speicherintensive Spiele zu handeln; da beim Cloud Gaming das Spiel aber nicht auf dem Gerät berechnet werden muss, sondern nur gestreamt wird, geht es eben doch.

Selbst aufwändige 3D-Spiele wie The Witcher 3 lassen sich dank Cloud-Gaming auf Smartphones und Tablets zocken
Selbst aufwändige 3D-Spiele wie The Witcher 3 lassen sich dank Cloud-Gaming auf Smartphones und Tablets zocken
Screenshot: trusted.de
Quelle: nvidia.com

PC- und Konsolenspieler kennen diese Freiheit nicht, sondern sind auf ihr jeweiliges Gerät angewiesen. Das kann auch logistisch ein Faktor sein. Ein Notebook oder Smartphone lässt sich beispielsweise in den Urlaub mitnehmen - bei einem PC oder einer Konsole ist das schon schwieriger.

Keine Download-Zeiten mehr

Dass Spiele auf CD oder DVD im Handel angeboten werden, ist schon seit einigen Jahren nicht mehr zeitgemäß. Selbst eine “Boxed Version”, die Sie im Laden kaufen können, enthält heutzutage nur noch einen Code, mit dem Sie sich das Spiel anschließend herunterladen können. Wenn Sie Spiele digital kaufen gilt das sowieso. Und das kann dauern! Je nach Internetkapazität können vor allem große Open-World-Spiele oder Games mit brandneuer Grafik mehrere Stunden Download-Zeit verschlingen.

Diese Zeit fällt beim Cloud Gaming weg. Spiele müssen nicht heruntergeladen werden und verbrauchen damit a, keinen Speicherplatz und b, können Sie die Zeit, die Sie früher auf den Abschluss Ihres Downloads gewartet haben, bereits mit Spielen verbringen. Sobald ein neues Game bei Ihrem Cloud-Gaming-Dienst verfügbar ist, ist es sofort und ohne Unterbrechung spielbar.

Gaming-PC - Vor- und Nachteile

  • Vorteile
  • Größere Spieleauswahl
  • Keine Internetpflicht
  • Individuelle Konfiguration
  • Emotionaler Wert
  • Nachteile
  • Teuer und wartungsintensiv
  • Gerätebindung
  • Verzögerungen durch Downloads, etc.

Größere Spieleauswahl

Cloud-Gaming funktioniert nur dann gut, wenn die Spiele auch etwas taugen. Selbst die beste Performance und die schönste Grafik helfen nicht viel, wenn die Spielebibliothek aus B-Titeln besteht. Das tut sie zwar in der Regel nicht - Google und Co. legen Wert darauf, auch aktuelle “Hits” auf die Plattformen zu packen - aber trotzdem sind die verfügbaren Spiele natürlich ein wichtiges Kriterium. Gibt es ein Game, das Sie gerne spielen würden, bei einem Anbieter nicht, können Sie daran nichts ändern. Als PC-Spieler dagegen können Sie on- und offline so gut wie alle Spiele bei verschiedenen Anbietern bekommen.

Ein weiterer Punkt: was passiert mit all Ihren Spielen, wenn Sie den Anbieter wechseln oder Ihren Account deaktivieren? Die meisten Cloud-Gaming-Anbieter haben eine eigene App oder einen Launcher, in dem sich auch Ihre Sammlung mit Spielen befindet, die Sie beim entsprechenden Anbieter gekauft haben. Kündigen Sie Ihre Mitgliedschaft, haben Sie dort unter Umständen auch keinen Zugriff mehr auf Ihre gekauften Games, da diese nie auf ihrem Gerät installiert waren. Das gleiche geschieht, wenn der Cloud-Anbieter floppt und von heute auf morgen vom Markt verschwindet. PC-Spieler begeben sich nicht in diese Gefahr.

Keine Internetpflicht

Beim Cloud Gaming sind Sie auf eine stabile Internetverbindung angewiesen. Haben Sie keine Verbindung zum Netz, können Sie auch nicht auf Ihren “virtuellen Gaming-PC” oder auf Ihre Spiele auf dem Server des Anbieters zugreifen. Selbst Spiele, die eigentlich Offline-Games wären, können Sie nur spielen, wenn Ihre Verbindung es zulässt. Ist Ihre Verbindung nicht schnell genug, kann das Ihre Spielerfahrung massiv beeinträchtigen. Kurzzeitige Ausfälle halten Sie vollständig vom Spielen ab. PC- und Konsolen-Spieler kennen dieses Problem nicht und können ihre Offline-Games auch ohne Internetverbindung problemlos genießen.

Individuelle Konfiguration

Ein Nachteil von Cloud Gaming: Sie haben weniger Freiheiten, was die Konfiguration Ihres Systems angeht und sind auf das angewiesen, was Ihr Anbieter Ihnen in Sachen Grafikpower und Co. zur Verfügung stellt. Zwar sind die aktuellen Cloud-Gaming-Services natürlich gut ausgestattet und bieten ein Setup, das auch auf moderne Spiele ausgelegt ist; gerade altgediente PC-Spieler lassen es sich aber selten nehmen, ihr System selbst für ihre Bedürfnisse zusammenzustellen und regelmäßig um neue Komponenten zu ergänzen.

Emotionaler Wert

Last (but not least) verfügt ein Gaming-PC für viele Zocker auch über einen hohen emotionalen Wert. Die eigene “Maschine” ist durch viele Gaming-Abenteuer ein treuer Freund, den einige Spieler nicht einfach durch einen seelenlosen Cloud-Service ersetzen wollen. Viele Nutzer stellen und bauen ihre PCs heutzutage selbst zusammen, wodurch auch einiges an Herzblut in den Geräten steckt. Für Spieler ist das durchaus ein Argument für den guten alten Gaming-PC und gegen Cloud Gaming.

Welche sind die besten Cloud-Gaming-Services?

Die besten Cloud-Gaming-Services 2021 sind Platzhirsch Google Stadia, dicht gefolgt von PlayStation Now und NVIDIA GeForce Now. Alle drei haben einen leicht anderen Ansatz, überzeugen allerdings größtenteils durch einen sauberen Stream, eine gute Spieleauswahl und eine ordentliche Geräteunterstützung. Die Plätze 4 und 5 des aktuellen Tests gehen dagegen an die deutsche Alternative MagentaGaming sowie an den polnischen Cloud-Gaming-Dienst Vortex. Hier erfahren Sie mehr zu allen Anbietern im Test:

AnbieterGoogle StadiaPlayStation NowNVIDIA GeForce Now
Kundenbewertung
3.8
3.8
3.6
Preis0,00 - 9,99€9,99 - 9,99€0,00 - 4,58€
Kostenlose Testphase
Support E-Mail-Support, FAQ-Bereich E-Mail-Support, FAQ-Bereich E-Mail-Support, Live Chat, FAQ-Bereich
Testbericht

So hat trusted Cloud-Gaming-Dienste getestet

Für den großen Cloud-Gaming-Test 2021 hat die trusted-Redaktion selbst Hand an die aktuellen Plattformen gelegt und die Systeme auf Herz und Nieren getestet. Dafür hat trusted bei jedem der 5 getesteten Dienste einen Account erstellt, die Spieleauswahl durchforstet und in einem aufwändigen Stresstest in der Praxis ausprobiert. Zur Einsatz kamen dabei - je nach Geräteunterstützung der Anbieter - ein PC bzw. Notebook mit Full-HD-Monitor, ein Full-HD-Fernseher sowie ein Smartphone (Samsung Galaxy A51; Android-Betriebssystem) in einem durchschnittlichen Heimnetzwerk mit einer maximalen Download-Rate von 50 Mbit/s. Ausschlaggebend für die Bewertung waren Kriterien wie die Spieleauswahl (sofern vorhanden), die Performance der Systeme in Sachen Verzögerung und Grafik sowie die Geräteunterstützung. Hinzu kamen außerdem Punkte wie das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Usability der Apps und Hardware sowie der geleistete Service und Support. Die Erfahrungen der trusted Redaktion nach insgesamt 4 Spielstunden auf jeder Plattform und mindestens 3 getesteten Games finden Sie in den ausführlichen Testberichten zu den einzelnen Anbietern.

15%

Vertrag & Kosten

Wie viel kostet das Abo? Welche Einschränkungen gelten für einen gewissen Preis (Spielzeit, Spieleauswahl, Konfiguration, etc.)? Wie lange sind Sie vertraglich gebunden und wie sind die Kündigungsmodalitäten?

20%

Spieleauswahl

Gibt es eine eigene Spielebibliothek, und wenn ja: wie viele und welche Spiele stehen zur Verfügung? Gibt es kostenlose Spiele in der Flatrate oder nur einen Store, in dem Spiele einzeln gekauft werden müssen? Gibt es exklusive Games, die nur bei diesem Anbieter zu bekommen sind?

20%

Gameplay

Wie funktioniert die Steuerung und wie ist die Usability der jeweiligen Apps und Clients? Wird zusätzliche Peripherie wie ein Streaming-Stick oder ein extra Controller benötigt? Wie flüssig läuft der Stream? Kommt es zu Input-Lags, langen Ladezeiten oder Grafikfehlern durch den Stream?

20%

Performance & Grafik

Welche Leistung bringen die Systeme? Wie ist der durchschnittliche Ping bei einer mehrstündigen Session? Wie schnell muss die Internetverbindung sein, um einen verzögerungsfreien Stream hinzubekommen? Welche Qualität haben die Games in Sachen Grafik und Sound?

15%

Geräte & Apps

Welche Geräte werden unterstützt? Klappt der Stream nur auf PC/Notebook, oder auch auf dem Fernseher oder dem Smartphone? Sind dafür spezielle Gimmicks oder zusätzliche Hardware wie beispielsweise ein Streaming-Stick nötig?

10%

Service & Support

Wann und auf welchen Kanälen können Sie mit dem Support des Anbieters in Kontakt treten? Wie ist der Support des Anbieters organisiert?

Was braucht man für Cloud Gaming?

Um Games in der Cloud spielen zu können, benötigen Sie in der Regel nur ein internetfähiges Gerät mit einem Bildschirm (Computer, Notebook, Fernseher oder Mobilgerät) sowie ggf. Eingabegeräte wie Tastatur und Maus oder einen Controller. Zudem sollten Sie über eine ausreichend starke Internetverbindung verfügen, um latenzfreies Streaming zu ermöglichen. Teilweise bieten die einzelnen Anbieter auch eigene Hardware an, beispielsweise Streaming-Sticks oder eigene Controller. Hier erfahren Sie mehr:

Benötigte Hardware: Bildschirm und Eingabegerät

Die Minimalanforderungen für Cloud Gaming ist ein internetfähiges Gerät mit Bildschirm sowie Hardware für die Steuerung der Spiele. Je nach persönlicher Präferenz sind das entweder Maus und Tastatur, oder ein Gamepad/Controller.

Cloud Gaming ist für viele verschiedene Geräte verfügbar, darunter PCs und Notebooks, Mobilgeräte oder internetfähige Fernseher
Cloud Gaming ist für viele verschiedene Geräte verfügbar, darunter PCs und Notebooks, Mobilgeräte oder internetfähige Fernseher
Screenshot: trusted.de
Quelle: shadow.tech

In der Regel funktionieren bei den Cloud-Plattformen beide Formen der Steuerung, wenn auch teilweise mit Einschränkungen; so lassen sich Maus und Tastatur beispielsweise nicht verwenden, wenn Sie Ihre Games via Smart TV oder auf einem Mobilgerät streamen. An PCs und Notebooks dagegen haben Sie (meist) die Wahl, ob Sie lieber mit Maus/Tastatur oder mit dem Controller zocken wollen.

Viele Anbieter unterstützen mittlerweile auch schon virtuelle Touch-Controller für Smartphones und Tablets, bei denen Sticks und Knöpfe der klassischen physischen Gamepads durch entsprechende Schaltflächen auf dem Touchscreen simuliert werden. Das ist recht innovativ, eignet sich aber nur für gewisse Spiele.

Einige Cloud-Gaming-Plattformen haben einen eigenen virtuellen Touch-Controller für das Zocken auf Smartphones und Tablets im Gepäck
Einige Cloud-Gaming-Plattformen haben einen eigenen virtuellen Touch-Controller für das Zocken auf Smartphones und Tablets im Gepäck
Screenshot: trusted.de
Quelle: telekom.com

Benötigte Internetverbindung: Zwischen 35 und 100 Mbit/s

In Sachen Internetverbindung sind die Systemanforderungen bei allen aktuellen Diensten ziemlich ähnlich: zwischen 10 und 15 Mbit/s empfehlen Stadia und Co. PlayStation Now soll sogar mit nur 5 Mbit/s laufen. Hier ein Überblick:

AnbieterMindestbandbreite
Shadow15 Mbit/s
Google Stadia10 Mbit/s
Vortex10 Mbit/s
PlayStation Now5 Mbit/s
NVIDIA GeForce Now15 Mbit/s
MagentaGaming10 Mbit/s

Diese Mindestangaben der Plattformen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen; 5 Mbit/s reichen im konventionellen Videostreaming etwa kaum für HD-Inhalte, für die meist mindestens 6 Mbit veranschlagt werden. 4K-Videos setzen dagegen mindestens 25 Mbit/s voraus. Da beim Cloud Gaming aber nicht nur Videos gestreamt werden, sondern der Server parallel auch Spielereingaben übertragen und berechnen muss, sind Mindestvoraussetzungen von zwischen 25 und 35 Mbit/s realistischer. Eine ausreichend schnelle Leitung vermeidet Ruckler und Spielabbrüche, während langsamere Verbindungen nur für Frust sorgen.

Entscheidend ist außerdem die Latenz bzw. der Ping Ihrer Verbindung. Der sollte laut Shadow für eine ideale Spielerfahrung nicht über 30 Millisekunden liegen, was schon ein gewisser Anspruch ist. Ganz so eng müssen Sie es hier zwar nicht sehen (auch Latenzen bis zu 60 ms sind noch einigermaßen verschmerzbar); bei einem Ping über 75 ms ist die Verzögerung allerdings bereits deutlich spürbar. Bei Latenzen über 100 ms sind die Eingaben stark verzögert und die Spiele dadurch kaum mehr spielbar.

trusted empfiehlt eine Internetverbindung von mindestens 50 Mbit/s, tendenziell aber mehr. Zudem sollte der Ping nicht höher als 60 ms sein. Sollte Ihre Verbindung zu langsam sein, können Sie durch eine Umstellung von WLAN auf ein physisches LAN-Kabel noch ein wenig mehr Geschwindigkeit herausholen.

Cloud-Gaming-Plattformen mit eigener Hardware

Vereinzelt bringen Cloud-Gaming-Plattformen ihre eigene Hardware in Form von Streamingsticks und hauseigenen Gamepads mit. Bei Google Stadia sind ein Google Chromecast sowie ein von Stadia entwickelter Controller Pflicht, wenn Sie auf dem Fernseher spielen wollen; ohne diese Ausstattung (die es als “Premiere Edition” für einmalig rund 100 Euro gibt) zocken Sie Stadia nur auf dem Notebook oder dem PC. Andere Controller als das hauseigene Stadia-Pad lassen sich nicht mit dem Chromecast koppeln.

Um Google Stadia auch auf dem Fernseher streamen zu können, benötigen Sie einen Google Chromecast und den speziellen Stadia-Controller
Um Google Stadia auch auf dem Fernseher streamen zu können, benötigen Sie einen Google Chromecast und den speziellen Stadia-Controller
Screenshot: trusted.de
Quelle: stadia.google.com

Ähnlich ist es mit PlayStation Now. Hier benötigen Sie zum Spielen auf dem Fernseher zunächst einmal eine PlayStation-Konsole - also eine PS4 oder PS5 - sowie einen kompatiblen DualShock-Controller. Zum Zocken an PC/Notebook fällt die teure Heimkonsole zwar weg - allerdings brauchen Sie auch hier zwingend einen Controller zum Spielen und können nicht auf die Steuerung via Maus und Tastatur umstellen.

Welche Arten von Cloud-Gaming-Services gibt es?

Auf dem aktuellen Markt gibt es zwei Arten von Plattformen: Die meisten Anbieter fallen in die Kategorie “Cloud-Gaming” und bieten einen virtuellen Gaming-PC zusammen mit einem Katalog an Spielen, auf die Sie in der jeweiligen App Zugriff haben. Welche Spiele es gibt, hängt dabei vom Anbieter ab. Vereinzelt fallen Anbieter allerdings in die zweite Kategorie, “Cloud-Computing” und bieten nur den virtuellen PC ohne eigene Spielebibliothek; hier können Sie dann die Games spielen, die Sie bereits besitzen, beispielsweise auf Steam.

Cloud Gaming mit eigener Spielebibliothek

Die meisten Cloud-Gaming-Plattformen setzen auf einen eigenen Katalog digitaler Games. Dabei ist das Lineup vieler Provider noch eingeschränkt; hier stehen je nach Anbieter zwischen XX und XX Spielen zur Verfügung. Das Angebot wird allerdings stetig erweitert und enthält erfreulicherweise auch aktuelle Spiele-Blockbuster, wie zuletzt etwa Cyberpunk 2077. Der Nachteil dieses Modells: Besitzen Sie ein Spiel bereits - ob nun als Boxed Version oder nur digital - können Sie dieses in der Regel nicht auf Ihrem virtuellen Gaming-PC spielen und müssen es also “doppelt” kaufen.

Im Cloud-Gaming wählen Sie oft aus einer Bibliothek von hunderten von Spielen
Im Cloud-Gaming wählen Sie oft aus einer Bibliothek von hunderten von Spielen
Screenshot: trusted.de
Quelle: playstation.com

Flatrate vs. Einzelabruf

Je nach Verwertungsmodell sind die Spiele im Monatspreis integriert - werden also in einer Art Flatrate angeboten - oder müssen extra hinzugekauft werden. Dabei werden (je nach Aktualität und Umfang des Spiels) noch einmal zwischen 20 und 70 Euro pro Titel fällig. Manche Anbieter fahren auch ein Mischmodell und bieten einige Spiele in der Flatrate an (vor allem ältere Spiele oder Games von Indie-Studios), während die neuesten Hits nur zum Kauf verfügbar sind. Anders beispielsweise Vortex, PlayStation Now oder MagentaGaming: Hier steht so gut wie die gesamte Spielebibliothek als Flatrate zur Verfügung; nur vereinzelt benötigen Sie bei Vortex für Spiele einen Key, den Sie erst kaufen müssen.

Viele Cloud-Gaming-Plattformen bieten günstige Flatrates an, damit Sie so viel zocken können, wie Sie wollen
Viele Cloud-Gaming-Plattformen bieten günstige Flatrates an, damit Sie so viel zocken können, wie Sie wollen
Screenshot: trusted.de
Quelle: amazon.com

Bei Google Stadia dagegen gibt es in regelmäßigen Abständen Gratis-Spiele, auf die Sie im Store Zugriff haben, und die Sie für kurze Zeit (in der Regel einen Monat lang) für Ihren Account “freischalten” können. Das Angebot ändert sich ständig, so dass Sie regelmäßig die Chance haben, neue interessante Spiele gratis Ihrer Mediathek hinzuzufügen.

Cloud Gaming ohne eigene Spielebibliothek

Einige Anbieter stellen dagegen überhaupt keine Spiele auf der Plattform zur Verfügung, sondern bieten nur die ausgelagerte Hardware. Das kann sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Shadow beispielsweise versteht sich selbst nicht als Cloud-Gaming-, sondern Cloud-Computing-Plattform und richtet für Sie auf den eigenen Servern einen leistungsstarken PC ein. Diesen können Sie durchaus für Spiele verwenden - so koppeln Sie bei Shadow etwa Ihre bereits vorhandene Spielebibliothek von Steam und Co. - haben aber auch die Möglichkeit, Office-Anwendungen wie Photoshop oder andere Software damit zu nutzen. Ähnlich ist es bei NVIDIA GeForce Now. Auch hier setzt der Anbieter darauf, dass Sie Ihre eigenen Games mitbringen, und gibt Ihnen nur die nötige Technik für den Stream an die Hand.

Die Vorteile: Sie sind flexibler in der Nutzung Ihres virtuellen PCs und können ihn auch als Arbeitsgerät verwenden. Zudem gehören die Spiele, die Sie dort spielen, tatsächlich Ihnen und sind nicht Teil des Katalogs des Anbieters. Die Nachteile: Während Sie bei vielen anderen Anbietern zusammen mit dem Abo zumindest einen Grundstock kostenloser Games bekommen, sind bei Shadow keinerlei Spiele im Abopreis inbegriffen.

Hinzu kommt, dass sich einige Game-Studios weigern, Kompatibilität ihrer Spiele mit den Cloud-Computing-Plattformen zuzulassen. Diese sind dort dann ggf. nicht spielbar, selbst wenn Sie sie in Steam oder einem anderen Store gekauft haben.

Was kostet Cloud Gaming?

Cloud Gaming funktioniert nach einem Abomodell und kostet - je nach Anbieter und Ausstattung - zwischen 10 und 30 Euro pro Monat. Für das Startangebot haben sich die meisten Provider mittlerweile auf einen Durchschnittspreis von 10 Euro pro Monat geeinigt. Was darin allerdings enthalten ist bzw. wovon die Kosten allgemein abhängen - etwa von der Power des virtuellen PCs, von der Auswahl der Spiele oder von der monatlichen Gaming-Zeit - ist von Plattform zu Plattform verschieden. trusted bietet Ihnen einen Überblick:

Google Stadia Kosten

  • Preisspanne: 0 - 9,99 Euro pro Monat
  • Preis abhängig von: Grafikqualität, Spieleauswahl

Seit April 2020 ist der Zugang zu Google Stadia grundsätzlich kostenlos, das heißt: wer möchte, kann sich einen Stadia-Account zulegen, Spiele über die Plattform kaufen (aktuell zwischen rund 10 und 90 Euro pro Titel) und die gekauften Spiele am PC oder Notebook zocken. Abgesehen von der Cloud-Unterstützung und dem noch einigermaßen überschaubaren Spieleangebot unterscheidet sich dieses Basis-Angebot von Stadia nicht erheblich von etablierten Spiele-Plattformen wie Steam oder dem Epic-Store. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Streamen können Sie maximal in HD.

Anders sieht es da mit dem kostenpflichtigen “Stadia Pro” aus. Für rund 10 Euro pro Monat schalten Sie hier eine Auswahl kostenloser Games frei, sichern sich Rabatte für neue Spiele aus dem Stadia-Store und pimpen gleichzeitig die Streaming-Qualität. Statt maximal in HD streamen Sie hier in 4K und HDR sowie mit 5.1-Surround-Sound (auf kompatiblen Geräten).

Google Stadia gibt es entweder als kostenlosen Zugang oder als Pro-Variante mit besserer Grafik und kostenlosen Spielen ab 10 Euro pro Monat
Google Stadia gibt es entweder als kostenlosen Zugang oder als Pro-Variante mit besserer Grafik und kostenlosen Spielen ab 10 Euro pro Monat
Screenshot: trusted.de
Quelle: stadia.google.com

Zudem gibt es für einmalig rund 100 Euro die “Stadia Premiere Edition”. Darin enthalten sind ein exklusiver Stadia-Chromecast sowie ein Stadia Controller für das Zocken auf Ihrem Fernseher.

Shadow Kosten

  • Preisspanne: 29,99 Euro pro Monat
  • Preis abhängig von: Rechenpower, Grafikqualität

Der französische Newcomer Shadow baut auf ein gänzlich anderes Preismodell, als Google Stadia, und koppelt die Kosten für das Abo direkt an die gewünschte Power der virtuellen Maschine. So gibt es in der günstigsten Konfiguration für rund 30 Euro pro Monat einen virtuellen Windows-10-PC mit einer Nvidia Quadro P5000-Grafikkarte (alternativ GTX 1080 oder RTX4000), einem Xeon-Prozessor von Intel, 12 GB Arbeitsspeicher und 256 GB Speicherplatz. In Zukunft sollen optionale Upgrades und Addons hinzukommen, um die Leistung der virtuellen Maschine zusätzlich aufzubohren.

Shadow ist ab 30 Euro pro Monat erhältlich und enthält in der Standardkonfiguration einen soliden virtuellen PC
Shadow ist ab 30 Euro pro Monat erhältlich und enthält in der Standardkonfiguration einen soliden virtuellen PC
Screenshot: trusted.de
Quelle: shadow.tech

Vortex Kosten

  • Preisspanne: 9,99 - 27,99 Euro pro Monat
  • Preis abhängig von: Spieleauswahl, Grafikqualität, monatliche Spielzeit

Das Pricing des polnischen Cloud-Gaming-Dienstes Vortex ist ebenfalls dreigeteilt; hier haben Sie die Wahl aus den Paketen “Basic”, “Pro” und “Ultra”. Unterschiede zwischen den drei Paketen gibt es vor allem in der Streaming-Qualität und der Spieleauswahl. On top beschränkt Vortex allerdings auch die monatliche Spielzeit seiner Nutzer abhängig vom gewählten Abo. Dabei sind viele Spiele in der Flat enthalten; andere Games dagegen benötigen einen “Key”, also eine bereits bezahlte Lizenz, damit sie auf Vortex gespielt werden können.

Viele Spiele bei Vortex sind mit einem Schlüsselsymbol versehen und müssen erst in einem externen Store gekauft werden
Viele Spiele bei Vortex sind mit einem Schlüsselsymbol versehen und müssen erst in einem externen Store gekauft werden
Screenshot: trusted.de
Quelle: vortex.gg

Spielern mit der Lizenz “Basic” (ca. 10 Euro pro Monat) stehen nicht alle rund 170 Spiele der Plattform zur Verfügung, sondern nur etwa 80. Streaming in Full-HD ist mit Basic nicht möglich und die monatliche Spielzeit ist auf 50 Stunden beschränkt. “Pro” für rund 20 und “Ultra” für rund 30 Euro pro Monat locken mit Full-HD-Streaming sowie Zugriff auf die gesamte Spielbibliothek. Spielen können Sie hier jeweils für 80 Stunden (“Pro”) bzw. 140 Stunden im Monat (“Ultra”).

PlayStation Now Kosten

  • Preisspanne: 9,99 Euro pro Monat
  • Preis abhängig von: -

PlayStation Now lässt sich rund 10 Euro pro Monat kosten. Hier gibt es keine verschiedenen Preispakete; alle zahlenden Nutzer haben Zugriff auf die gleiche Spielesammlung in der Flatrate, greifen auf die gleiche Rechenpower zu und können so viel oder so wenig zocken, wie sie wollen. Anders als Stadia sind alle Spiele in der Flatrate zu finden. Auch diese ist zwar ständig im Fluss, so dass teilweise ältere Spiele wieder von der Plattform verschwinden; es kommen aber auch regelmäßig neue Titel hinzu.

PlayStation Now bietet eine günstige Flatrate ab unter 4 Euro pro Monat
PlayStation Now bietet eine günstige Flatrate ab unter 4 Euro pro Monat
Screenshot: trusted.de
Quelle: playstation.com

Der Stream klappt hier übrigens ohne eigene PlayStation-Konsole nur auf dem PC/Notebook. Um auf dem Fernseher zu spielen, ist eine PS4 oder PS5 Pflicht. Und so oder so: Einen eigenen Controller (für zwischen rund 20 und 70 Euro) brauchen Sie zum Zocken auf jeden Fall.

NVIDIA GeForce Kosten

  • Preisspanne: 0 - 5,58 Euro pro Monat
  • Preis abhängig von: Spielzeit pro Session

Ähnlich wie Vortex beschränkt auch NVIDIA GeForce Now die Spielzeit seiner Nutzer, allerdings nicht monatlich, sondern pro Gaming-Session. Mit dem kostenlosen Basis-Tarif sind Sessions von maximal 60 Minuten möglich; nur mit der 6-monatigen Mitgliedschaft “Gründer” für 27,45 Euro (entspricht rund 5,58 Euro pro Monat) können Sie länger als eine Stunde zocken.

NVIDIA GeForce Now ist mit Wartezeiten und eingeschränkter Spielzeit kostenlos, oder als Gründerpaket ohne Einschränkungen zu haben
NVIDIA GeForce Now ist mit Wartezeiten und eingeschränkter Spielzeit kostenlos, oder als Gründerpaket ohne Einschränkungen zu haben
Screenshot: trusted.de
Quelle: nvidia.com

Genau wie bei Shadow gibt es auch bei GeForce Now keine Spiele - abgesehen von einigen populären Free-to-Play-Titeln wie Fortnight, die auf der Plattform verfügbar sind. Stattdessen koppeln Sie auch hier Ihre bestehenden Spielebibliotheken bzw. Shops und spielen die Spiele, die Sie bereits besitzen.

MagentaGaming Kosten

  • Preisspanne: 6,95 Euro pro Monat
  • Preis abhängig von: -

MagentaGaming der Telekom ist nicht nur die deutsche Antwort auf die Entwicklung des aktuellen Cloud-Gaming-Marktes, sondern auch die günstigste Plattform im Vergleich 2021. Genau wie PlayStation Now bietet auch MagentaGaming nur einen einzigen Fixpreis; mehr Power oder mehr Spiele für besser zahlende Nutzer sind nicht vorgesehen. Aktuell bekommen so alle Kunden Zugriff auf rund 100 Games in der Flatrate, unter denen sich viel Casual- und Indie-Kram, aber auch die eine oder andere ältere Perle verbirgt.

MagentaGaming ist eine der günstigsten Gaming-Plattformen im aktuellen Vergleich und kostet nicht einmal 7 Euro pro Monat im flexiblen Monatsabo
MagentaGaming ist eine der günstigsten Gaming-Plattformen im aktuellen Vergleich und kostet nicht einmal 7 Euro pro Monat im flexiblen Monatsabo
Screenshot: trusted.de
Quelle: telekom.de

Worauf muss ich bei der Auswahl einer Cloud-Gaming-Plattform achten?

Ob und welche Cloud-Gaming-Plattform für Sie geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: die Spieleauswahl, Ihr Setup in Sachen Hardware und Eingabegeräte sowie Ihre verfügbare Internetverbindung. So sollten Sie sich im Vorfeld darüber informieren, ob die vorhandenen Spieletitel interessant für Sie sind und auf und mit welchen Geräten Sie die Spiele letztendlich spielen können. trusted hat ein paar Tipps für Sie parat:

Welche Spiele will ich spielen?

Frage Nummer 1 ist, was Sie von Ihrem Cloud-Gaming-Dienst erwarten, ergo welche Spiele Sie spielen wollen. Naturgemäß stehen nicht bei jedem Anbieter auch alle möglichen Titel zur Verfügung; bei der unfassbaren Schlagzahl an Videospielen wäre das aber auch vermessen. Trotzdem ist eine sorgfältige Prüfung des Angebots Pflicht, wenn Sie einen Fehlkauf vermeiden wollen. Suchen Sie beispielsweise nach aktuelleren Blockbustern Marke Assassins Creed: Valhalla, Cyberpunk 2077 oder Jedi: Fallen Order? Dann sind Plattformen wie Stadia interessant, bei denen Sie sich die neuesten Hits in der Regel direkt im Store sichern und sofort losspielen können.

Als Casual-Spieler, der nur hin und wieder mal ein bisschen daddeln möchte und den aufwändige Effekte und bekannte Markennamen zweitrangig sind, könnte sich auch ein Flatrate-Anbieter wie Vortex oder MagentaGaming für Sie eignen. Hier sind alle Spiele kostenlose integriert und Sie können nach Herzenslust im Angebot nach neuen kleinen Ablenkungen stöbern. Wollen Sie dagegen nur von der Cloud-Technologie profitieren, um Ihre anderswo gekauften Spiele zu zocken, sind Shadow und NVIDIA GeForce Now einen Blick wert.

Nett: bei den meisten Plattformen können Sie sich vorab über die verfügbaren Spiele informieren und bei Google Stadia mit dem kostenlosen Account den Store sogar schon auf eigene Faust durchsuchen, um sich ein Bild zu machen. So stellen Sie schnell fest, ob die betreffende Plattform die Spiele auf Lager hat, die Sie suchen.

Welche Hardware/Geräte habe ich bereits?

Cloud Gaming lebt von der Prämisse, die Kosten für Hardware so gering wie möglich zu halten, und eben nicht auf teure Geräte angewiesen zu sein. Dementsprechend sollten Sie sich - bevor Sie ein Cloud-Gaming-Abo abschließen - erst einmal anschauen, welche Voraussetzungen beim gewählten Anbieter gelten und ob Sie Ihre verfügbaren Geräte überhaupt nutzen können.

Beispielsweise klappt bei den meisten Plattformen zwar der Stream auf Mobilgeräte; die Spiele sind in der Regel aber nicht für die Steuerung via Touchscreen ausgelegt und erfordern daher ggf. noch einen Controller. Genauso beim Stream auf dem Fernseher, für den Sie nicht nur ein Gamepad, sondern teilweise auch einen Streamingstick brauchen. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld, welche Geräte Sie nutzen wollen und welche Hardware Sie ggf. noch zusätzlich anschaffen müssen.

Ist mein Internetanschluss schnell genug?

Um Cloud Gaming wirklich genießen zu können, ist eine schnelle Internetverbindung Pflicht. Auch wenn die Provider hier unterschiedliche Angaben zu den Mindestvoraussetzungen machen; erfahrungsgemäß lohnt sich der Stream mit einer Bandbreite von unter 25 Mbit/s kaum. Ebenfalls ausschlaggebend ist die Latenz der Verbindung, die nicht unter 60 ms liegen sollte. Sind Sie unsicher über die Qualität Ihrer Verbindung? Kostenlose Speedtests im Netz können Ihnen helfen, die Performance Ihres Systems zu prüfen. Einen solchen bietet beispielsweise Ookla auf speedtest.net an.

Welche Cloud-Gaming-Dienste gibt es auf dem Markt?

Cloud Gaming ist ein noch recht junger Markt. Entsprechend ist die Anzahl der Anbieter im Moment noch überschaubar - trusted hat 5 Plattformen getestet; mit Amazon Luna, Microsoft Xbox Cloud Gaming und MEDION ERAZER Cloud Gaming stehen aktuell noch drei weitere Player in den Startlöchern, die bereits ihre Beta-Phase hinter sich gebracht haben und im Laufe von 2021 in Deutschland an den Start gehen sollen.

9 Anbieter
  1. Google Stadia ist der aktuelle Vorreiter im Bereich Cloud Gaming und bietet einige aktuelle Highlight-Games zum Streamen auf PC, Fernseher oder Mobilgerät an. Die richtige Bandbreite ermöglicht einen reibungslosen und hochwertigen Stream.

  2. PlayStation Now verspricht 700 PlayStation-Titel in der Flatrate und erlaubt den Stream auf PC sowie auf PlayStation-Konsolen. Viele Exklusivtitel und geringe Mindestanforderungen machen den Service für Fans interessant.

  3. Mit GeForce Now synchronisieren Sie Ihre Spielebibliotheken von Steam und Co. und greifen auf einen leistungsstarken Cloud-PC für ein flüssiges und gutaussehendes Spielgefühl zurück.

  4. MagentaGaming bietet rund 140 Casual- und Indie-Spiele, plus einige ältere Perlen und Spiele deutscher Entwickler. Nett: Alle Spiele sind in der günstigen Flatrate zu haben und laufen mit 1080p und 60 Bildern pro Sekunde.

  5. Viele Indie-, Casual- und F2P-Spiele sowie Lizenzspiele von anderen Plattformen wie Steam oder Epic bilden einen bunten Mix. Vortex konzentriert sich stark auf Mobile Gaming und bietet dafür auch einen innovativen Onscreen-Controller.

  6. Amazon Luna ist in den USA in die offene Betaphase gestartet. Ein Launchtermin für Europa/Deutschland ist zwar noch nicht bekannt, trotzdem versorgt trusted Sie hier bereits mit den bislang bekannten Informationen zu Amazons Cloud-Gaming-Dienst.

Alle Anbieter

Cloud Gaming - Aktueller Stand und Schwierigkeiten

Obwohl schon seit 2019 mit Stadia gestartet, ist Cloud Gaming bei der Zielgruppe aktuell noch eher ein Nischenthema und darf sich noch lange nicht als Trend bezeichnen. Zwar sehen sowohl viele Zocker als auch die Provider das Potential der Technik; wirklich in der Mitte der Gamerschaft angekommen ist Cloud Gaming allerdings noch nicht. Umsatztechnisch gehören Cloud Gaming und andere Online-Dienste wie Uplay oder Origin noch zum absoluten Schlusslicht auf dem deutschen Games-Markt. Auch global ist die Zahl der Nutzer - selbst mit passender Hardware - noch verschwindend gering. Von insgesamt 100 Millionen Besitzern einer PlayStation 4 zockten (Stand: 2019) weniger als 1 Prozent, also nur rund 700.000 Spieler über die hauseigene Cloud-Plattform PlayStation Now.

Der noch verhaltene Start der neuen Technik hat verschiedene Gründe: Einerseits ist befriedigendes Cloud Gaming gerade in Deutschland noch nicht überall möglich. Schnelle Glasfaserverbindungen sind nicht die Norm, Geschwindigkeiten von 50 Mbit/s oder mehr noch nicht in jedem Haushalt möglich, von flächendeckendem mobilen Highspeed-Internet ganz zu schweigen. Die Folge: Der große Traum des Zockens in der Wolke zerschellt im Moment teilweise noch an den eigenen Erwartungen, ein verzögerungsfreies Spielgefühl wie auf einem Hochleistungs-PC zu erzeugen. Das klappt aufgrund der teilweise hohen Latenzen noch nicht und disqualifiziert Cloud Gaming vor allem von beliebten Spiele-Genres wie schnelle Action-Shooter und Multiplayer-Games.

Zum Zweiten krankt Cloud Gaming im Moment noch an der überschaubaren Auswahl der gebotenen Spiele. Da die eingeschworene Gamerschaft durch Spiele-Plattformen und -Stores à la Steam bereits digitalen Zugriff auf so gut wie alle aktuellen Spiele hat, lassen sie sich vom zahlenmäßig eher kleinen Angebot der Cloud-Gaming-Plattformen noch nicht locken. Flatrate-Anbieter wie Vortex oder MagentaGaming haben zwischen 100 und 200 Spiele am Start, darunter kaum aktuelle Highlights. Für Einsteiger und Gelegenheits-Spieler (die sogenannten “Casuals”) ist das ok, Hardcore-Zocker reißt das aber noch nicht vom Bürostuhl.

Cloud Gaming - Zukunftsaussichten

Trotz aller Kinderkrankheiten sind sich die Player auf dem Cloud-Gaming-Markt aber einig, dass in der Cloud die Zukunft liegt. Immer schnelleres und besseres Internet (in Deutschland beispielsweise der mobile Standard 5G) sollen Cloud Gaming in Zukunft attraktiver machen, und auch die Spieleauswahl soll sich massiv erhöhen. Und immerhin darf man in Hinblick auf den baldigen Markteinstieg von Amazon Luna noch recht interessiert auf die Marktentwicklung blicken. Ob damit allerdings ein Paradigmenwechsel und damit der Sprung von der geliebten alten Hardware hinein die Cloud eingeleitet wird, bleibt abzuwarten.

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