Wie hoch ist die Erfolgsquote auf Tinder?
Die Erfolgsquote von trusted betrug im Test ca. 2 %. Diese Zahl kam so zustande:
| Vergebene Likes/”Swipes” | 131 |
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| Erfolgreiche Kontakte | 3 |
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| Erfolgsquote | 2,29 % |
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Was ist ein “erfolgreicher Kontakt”? Als “erfolgreich” gilt im trusted-Test ein Kontakt, mit dem mindestens 2 Nachrichten ausgetauscht wurden und mit dem ein reales Treffen mindestens vorstellbar ist. Ausgewertet wurde hier also nicht die Zahl der “Matches”, sondern der tatsächlich zielführenden Kontakte. Wie erfolgreich du auf einer Dating-Plattform bist (und was “erfolgreich” für dich bedeutet), hängt natürlich immer von verschiedenen Faktoren und nicht zuletzt von dir als User ab; die angegebene Erfolgsquote ist also nur ein Näherungsversuch, um einzelne Apps und Plattformen zu vergleichen.
Eine Erfolgsquote von 2 % unter diesen Bedingungen ist im Vergleich mit anderen Online-Dating-Angeboten höchstens Mittelmaß. Zum Vergleich: Hinge kam im Testzeitraum auf eine Erfolgsquote von 2,52 %; Bumble auf 2,55 %. Besser hingegen waren Parship (3,95 %), ElitePartner (5,06 %), LemonSwan (9,76 %) und Finya (10 %).
Um auf Tinder erfolgreich jemanden kennenzulernen, brauchst du also vor allem Geduld.
Wie interessant sind die Partnervorschläge auf Tinder?
Die Vorschläge des Tinder-Algorithmus passen laut trusted-Test nur schlecht auf die eigenen Bedürfnisse und Suchfilter.
Positiv ist, dass der Algorithmus größtenteils aktive und kürzlich angemeldete User vorschlägt; du triffst also nicht auf “Karteileichen”.
Schlecht dagegen ist, dass Tinder gerne einmal Suchkriterien ignoriert und teilweise Personen aus über 1.000 km Entfernung vorschlägt. Überschneidungen in Interessen und “Art der Beziehung” gibt es zwar; die sind aber oft sehr oberflächlich.
Auch hier haben Partnervermittlung mit ihrem oft ausgefeilten Matching-Algorithmus die Nase vorn – z.B. Parship und ElitePartner. Aber auch andere Apps wie Hinge oder Bumble haben im Test bessere Ergebnisse erzielt, was die Passgenauigkeit der Vorschläge anging.
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Juri Wald
trusted-Experte für Dating & Matchmaking
Obwohl ich einen Radius von 50 km eingestellt hatte, wurden mir ständig unpassende oder leere Profile aus dem Ausland vorgeschlagen. Meine Interessen schien der Algorithmus zu ignorieren – dafür hat er mir sehr gerne Accounts mit hübschen Hochglanz-Fotos präsentiert.
Tinder-Erfahrungen: Wie spannend sind die Profile?
Die wenigsten Profile im trusted-Test waren vollständig oder überhaupt ausgefüllt.
Die meisten Profile sind leer und konzentrieren sich ausschließlich auf ihre Fotos:
Stell dir vor, du begegnest einem Profil, das nur ein paar Fotos, das Alter und die gewünschte Beziehungsform enthält. Leider passiert das auf Tinder ständig. Jemanden zu finden, mit dem man sich treffen möchte, fällt da schwer.
Screenshot: trusted.de
Quelle: tinder.com
Dadurch wirken sie lieblos und desinteressiert.
Dafür sind die Partnervorschläge zahlreich. Anders als z.B. bei Parship, wo der Algorithmus die vorgeschlagenen Personen stark limitiert, scheint bei Tinder der Strom an möglichen Gesprächspartner:innen nie zu versiegen. Hier punktet Tinder mit seiner Größe.
Trotzdem: Andere Dating-Plattformen lösen das Problem besser. Bei Parship oder ElitePartner darfst du z.B. erst dann Kontakt mit anderen Usern aufnehmen, wenn du dein Profil selbst zu mindestens 50 % ausgefüllt hast. Leere und nichtssagende Accounts werden dadurch reduziert.
Wie ist das Chat-Verhalten auf Tinder?
Das Kommunikationsverhalten der Tinder-Mitglieder hat im trusted-Test nur mäßig abgeschnitten.
Etwa 80 % der Matches antworten nicht auf Textnachrichten; Ghosting und uninspirierte Antworten ohne Tiefgang sind an der Tagesordnung:
Unbeantwortete Messages trotz Match? Das ist auf Tinder leider keine Seltenheit. Nach der zehnten Unterhaltung wie dieser hier ist mir ehrlich gesagt langsam die Lust vergangen.
Screenshot: trusted.de
Quelle: tinder.com
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Juri Wald
trusted-Experte für Dating & Matchmaking
Von insgesamt 19 Matches in meinem Test hatte ich nur mit 3 Frauen eine authentische Unterhaltung. Auf die meisten anderen Nachrichten bekam ich entweder keine Antwort oder das Profil war plötzlich aus meiner Liste verschwunden. Und selbst die Kontakte, die ich hatte, kamen nur zustande, weil ich durch das Gold-Abo sehen konnte, wer mir ein Like gegeben hat. Aus meinen eigenen Likes ist kein einziger erfolgreicher Kontakt entstanden.
Es scheint fast, als wären Tinder-User kaum daran interessiert, wirklich andere Menschen kennenzulernen. Ein hervorragendes Beispiel für dieses Mindset ist der Profilslogan einer Nutzerin aus dem trusted-Test:
Nimm das Match nicht so ernst; ich werde vermutlich eh nicht antworten <3.
Was kann ich auf Tinder erwarten?
Auf Tinder ist alleine durch die riesige Userbase so ziemlich alles möglich, von unverbindlichen Flirts über One-Night-Stands und Freundschaft+ bis hin zu langfristigen Beziehungen.
Ein großes Plus ist die Größe der Community. Mit 75 Millionen Mitgliedern weltweit und 2 Millionen in Deutschland ist Tinder die (wahrscheinlich) größte Dating-App der Welt.
Das sorgt für einen Netzwerk-Effekt; auf Tinder treiben sich viele verschiedene User herum, auch solche, die es ernst meinen bzw. das gleiche suchen, wie du. Du musst nur ggf. lange danach suchen – und in der Zwischenzeit vor allem fleißig swipen!
Ein sympathisches Plus: Auf Tinder ist in Sachen Geschlecht und Sexualität vieles möglich. Ob hetero-, homo- oder bisexuell, queer, demisexuell, pansexuell oder asexuell bzw. aromantisch? All das sind mögliche Einstellungsmöglichkeiten. Nicht binäre Menschen werden durch passende Geschlechtseinstellungen und Suchfilter abgeholt. Diese Diversität ist super!