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Was läuft eigentlich bei HomeToGo? - HomeToGo-Tools und Tech Stack

In der trusted-Serie “Was läuft eigentlich bei…” hört das trusted-Magazin jeden zweiten Mittwoch bei jungen Startups und etablierten Unternehmen rein. Welche Tools und Instrumente setzen diese Firmen ein? Auf welche Management-Methoden setzen sie? Und was gibt es Neues? Diese Woche: Was läuft eigentlich bei HomeToGo? trusted im Gespräch mit Michael Grillhösl, Director Product Design & Brand.

Guten Morgen Herr Grillhösl. Wie geht es Ihnen? Und was gibt es Neues bei HomeToGo?

Wir sind gerade dabei, neue Märkte zu erschließen. Mit dem Start in Brasilien im Februar sind wir jetzt in insgesamt 17 Märkten aktiv. Die Expansion in weitere Länder ist im Laufe des Jahres geplant. Außerdem startet im Sommer unsere neue TV-Kampagne mit Film- und Fernsehstar Chris Noth (u.a. Detektiv Frank Novak aus “Gone” oder Mr. Big aus “Sex and the City”). Die haben wir in Eigenregie entwickelt und produziert.

Außerdem investieren wir aktuell wir sehr viel Zeit darin, unsere Nutzer besser zu verstehen. Wöchentliche In-House Usability Tests bringen uns dabei neue Erkenntnisse, die wir durch reine Datenanalyse nicht erreicht hätten. So konnten wir zum Beispiel ein cooles Feature implementieren, die Zeitraumsuche, die in unserem Sektor ziemlich unique ist. Damit kann man einen größeren Zeitraum, zum Beispiel “Sommerferien”, eingeben und sagen: “In diesem Zeitraum will ich eine Woche weg!” und schon bekommt der User aus unseren Einträgen die passenden Daten. Das bekommt tolle Resonanz aus der Userbase.

Diese und viele weitere Anstrengungen haben Ende letzten Jahres dazu geführt, dass wir im Wachstumsranking von Gründerszene auf dem ersten Platz gelandet sind. Das ist natürlich großartig und trägt zur allgemeinen Motivation bei.

Würden Sie kurz die Geschichte von HomeToGo ein wenig zusammenfassen? Wann und wie fing es bei Ihnen an? Was hat sich seitdem getan?

Die Firma wurde 2014 von Dr. Patrick Andrä, Wolfgang Heigl und Nils Regge gegründet. Durch die Gründung von swoodoo und den Verkauf an KAYAK war Wolfgang Heigl schon ein bekanntes Gesicht in der Reiseindustrie. Nils Regge hatte das Ferienhausportal CASAMUNDO erfolgreich aufgebaut. Die beiden haben ihre Expertise - Nils mit Ferienhäusern, Wolfgang mit Metasuche - verschmolzen und daraus ist HomeToGo entstanden. Patrick leitet das Unternehmen als Geschäftsführer. Er hat zuvor bei Home24 in führender Position gearbeitet und bringt daher die nötige Business-Development-Erfahrung mit.

Am Anfang hatte HomeToGo mit großen Herausforderungen zu kämpfen, weil der Markt um Ferienhäuser viel fragmentierter ist, als jede andere Reisesparte - zum Beispiel Hotels oder Flüge. Da ist es enorm schwierig, den Überblick über alle Anbieter zu behalten. Deswegen gab es für diesen Markt anfangs auch noch keine nennenswerte Metasuchmaschine, anders als eben für Hotels oder Flüge. Mittlerweile sind wir bei elf Millionen Angeboten von insgesamt 250 Anbietern und die Zahl steigt monatlich. Damit ist HomeToGo heute die weltweit größte Suchmaschine für Ferienhäuser und -wohnungen.

Setzen Sie irgendwelche Tools aus dem Bereich Kollaboration und Kommunikation ein? Wenn ja: Welche, und warum gerade die?

Mit aktuell über 150 Mitarbeitern, hauptsächlich verteilt auf Berlin und Büros in Litauen, stellen wir uns täglich den Herausforderungen des standortunabhängigen Arbeitens. Video-Calls sind ein großes Thema, außerdem hilft uns die Google Suite bei der täglichen Zusammenarbeit. Das sind die Klassiker: Gmail, Docs, Spreadsheets und natürlich der Kalender. Diesen haben wir an unsere Bedürfnisse angepasst und mit unserem Videokonferenz-Tool Zoom verbunden. Verknüpft mit dem Google Kalender können wir jetzt gleichzeitig einen virtuellen Zoom-Raum und einen physischen Meetingsraum im Büro buchen, damit sichergestellt ist, dass wir nicht auf einer Couch in der Lobby telefonieren müssen. Auch unsere firmenweiten “All Hands Meetings” machen wir über Zoom. So kann sich jeder bequem einwählen und ist live dabei, wenn neuste Produkt-Updates und Zahlen präsentiert werden. Das bringt alle unsere Mitarbeiter immer auf den gleichen Stand. Zoom.us nutzen wir im Design-Team auch um Usability-Tests für Produktmanager, Entwickler und sonstige Interessenten in der Firma live zu streamen. Das funktioniert echt super!

Instant Messaging läuft bei uns über HipChat von Atlassian. Das nutzen wir bewusst nur in der Basisversion ohne Chat-Histories. Wir haben uns darauf geeinigt: Das ist Instant Messaging! Und alles, was irgendwie Bestand haben soll, muss anderweitig dokumentiert werden, entweder als Mail in Gmail oder wir packen das in Confluence. In Sachen interne Kommunikation waren wir immer wieder mal auf der Suche nach neuen Tools (zum Beispiel Slack) und stehen auch in regem Austausch mit anderen Firmen und Startups, wie die am effizientesten kommunizieren. Aber aktuell sind wir mit HipChat noch sehr zufrieden.

Beschreiben Sie, wie die Arbeit bei HomeToGo so abläuft - nutzen Sie spezielle Management-Methoden wie OKR oder Scrum oder andere spezielle Instrumente, die bei Ihrer täglichen Arbeit zum Tragen kommen?

Am Anfang haben uns tatsächlich einfache ToDo-Listen gereicht, die wir mit Google Docs erstellt und gepflegt haben. Das wurde pro Abteilung gemacht und ist bis zu einer gewissen Unternehmensgröße wirklich effektiv und flexibel. Mittlerweile sind wir da aber rausgewachsen, verwenden OKRs als Alignment-Tool und passen die Methodik an unsere Bedürfnisse an. Neue Management-Methoden testen wir genauso agil, wie wir das auch auf Produktebene machen würden. In Testphasen probieren einzelne Teams unterschiedliche Ansätze aus, die gesammelten Erfahrungen werden dann an andere Abteilungen weitergegeben und so baut sich das Ganze Stück für Stück auf und wird auch ständig weiterentwickelt. An sich läuft das alles nach dem Bottom Up-Ansatz. Die Unternehmensziele kommen zwar vom Management, aber individuelle Ziele, Aufgaben und Herausforderungen erarbeitet jede Abteilung und jeder Mitarbeiter einzeln. Jedes Teammitglied überlegt sich also: “Wie kann ich persönlich in unsere Unternehmensziele einzahlen?” Und diese Vorschläge gehen dann an die Abteilungsleiter und von dort aus weiter nach oben ans Management. Das Ganze machen wir mehrfach im Jahr. Wie granular wir das schlussendlich ausarbeiten, hängt von den Abteilungen ab und ob es für die einzelnen Bereiche Sinn macht. Was wir auf jeden Fall vermeiden wollen ist Planungs-Overhead, der bei uns im Endeffekt mehr Zeit kostet als Vorteile bringt.

Auf welche Tools setzt HomeToGo in Sachen Marketing und Sales? Haben Sie ein paar Software-Geheimtipps?

Als Metasuche haben wir gar kein reines Sales Team. Das läuft bei uns unter Strategic Partnership und ist im Biz-Dev-Team verankert. Uns ist es wichtig, starke und sinnvolle Partnerschaften mit Ferienhausanbietern zu haben, die sowohl unseren Partnern als auch uns einen Mehrwert bieten. Verträge und Einzelheiten dazu verwalten wir in Pipedrive. Das ist im Aufbau ähnlich wie Jira und eigentlich ein reines Sales Tool. Wir haben es daher ein etwas umfunktioniert, um Key Accounting damit zu machen. Und so organisieren wir die Kommunikation mit den Partnern, Verhandlungsergebnisse, etc. Das hat bisher gut geklappt, da aber die Anzahl der Partner stetig steigt, stoßen wir damit gerade etwas an unsere Grenzen. Deswegen schauen wir uns nach Alternativen um, mit denen wir unseren Ansatz noch besser abbilden können. Aktuell sieht es so aus, als würde Salesforce das Rennen machen.

Bemühen Sie ein Tool für das Projekt- oder Aufgabenmanagement? Wenn ja, welches und weshalb?

Wie gesagt, am Anfang lief das alles über Google Spreadsheets. Da war jede Zeile eine Aufgabe, mit Spalten für den Status und so weiter. Das klappt aber schon lange nicht mehr. Vor rund eineinhalb Jahren haben wir deswegen Jira von Atlassian eingeführt. Am Anfang war das das Tool der Wahl für unsere Entwickler. Mittlerweile nutzen aber alle Abteilungen das Tool. In meinem Fall setzen wir es sehr erfolgreich ein, um Design-Sprints abzubilden. Zusätzlich haben wir eigene Templates entwickelt, die bei der Erstellung von Design-Tickets helfen. Das heißt jeder, der ein Ticket erstellt, kann sich vorher durch einen kleinen Fragenkatalog arbeiten, in dem beispielsweise abgefragt wird, welcher KPI verbessert werden soll, wenn dieses Design final implementiert ist. So schafft der Prozess ein Bewusstsein für die Problemstellung schon bevor daran gearbeitet wird. Da nun jede Aufgabe im Unternehmen zentral zugänglich ist, kann sich im Grunde jeder Mitarbeiter abteilungsübergreifend über den Stand der Dinge informieren und sich als “Watcher” für ein Ticket eintragen.

Wie verwalten Sie Ihren Kundenservice? Gibt es spezielle Softwarelösungen, auf die Sie in diesem Bereich setzen?

Da nutzen wir primär Desk.com (ein Salesforce-Unternehmen; Anmerkung der Redaktion) als CRM-Tool. Grundsätzlich sind wir über vier Kanäle erreichbar: Email, Live Chat, Telefon und Social Media - wir bekommen viele Nachrichten über Facebook. Alles läuft zentral in desk.com zusammen. Das Ganze darf man sich aber nicht so vorstellen, wie bei einem Reiseanbieter wie TUI, mit einer unglaublichen Masse an Anfragen. Wir versuchen natürlich, jede Kundenanfrage persönlich mit unserem internationalen Support-Team zu beantworten. Wofür wir unsere Support-Kanäle aber hauptsächlich nutzen, sind Verbesserungen am Produkt. So gibt es wöchentlich einen Report von unserem Kundenservice-Team, in dem die häufigsten Anfragen ausgewertet werden und die ihren Weg in die nächsten Produktiterationen machen.

Neben Desk.com nutzen wir noch LiveChat als Live-Chat-Provider.

Was läuft bei Ihnen in Sachen HR (zum Beispiel im Recruiting oder im Talent Management)? Was für Software setzen Sie hier ein?

Der Recruiting-Prozess läuft über Greenhouse. Der HR-Alltag, also Urlaub, Abwesenheitsverwaltung und so weiter regeln wir über HeavenHR. Mitarbeiterfeedback wird über Small Improvements gesammelt, ein echt cooles Tool, das hier in Berlin entwickelt wird. Damit wickeln wir zum Beispiel das regelmäßig stattfindende 360-Grad-Feedback ab. Das Tolle daran ist, dass deren Kultur sehr ähnlich ist zu unserer, wenn es um Verbesserungen geht. Unser Head of HR steht mit den Entwicklern von Small Improvements in engem Kontakt und in der Vergangenheit ist es schon vorgekommen, dass aufgrund unseres Feedbacks Änderungen oder Verbesserungen an dem Tool vorgenommen wurde. Das heißt, die heißen nicht nur “Small Improvements”, die leben das auch.

Welche Tools nutzen Sie für die Buchhaltung oder die Rechnungsstellung - oder allgemein für Ihre Finanzen? Warum gerade die?

Die Abwicklung der Partnerzahlungen läuft über eine eigens entwickelte Software, die wir hier Inhouse geschrieben haben. Die ist an unsere speziellen Bedürfnisse angepasst, weil es so etwas, wie wir brauchten, auf dem Markt einfach nicht gibt. Die Buchführung an sich läuft bei uns ganz klassisch über DATEV.

Nutzen Sie ein CRM-System? Wenn nicht: Wie organisieren Sie Ihre Kunden?

Wir versuchen, unsere Kunden so weit wie möglich automatisiert mit gewünschten Informationen zu Angeboten, etc. zu versorgen. Da unser Anspruch dabei ist, selbst bei Millionen von Nutzern eine persönliche Note zu behalten, arbeitet unser CRM-Team stetig an Lösungen, um für einzelne Kunden möglichst relevante Inhalte bereit zu stellen, anstatt nach dem Gießkannenprinzip vorzugehen. Support-Anfragen oder Feature Requests landen in Desk.com. Zudem steht unser Support-Team während der Bürozeiten auch persönlich für Fragen zur Verfügung.

Ist bei HomeToGo ein KPI-Dashboard oder ein anderes BI- oder Analyse-Tool zur Messung von Kennzahlen im Einsatz? Welches ist es? Und warum?

Zur Visualierung unserer Daten nutzen wir Tableau. Interne Reports gehen von Tableau aus per Mail ans Management oder an den Report-Verteiler. Jeder Mitarbeiter hat - soweit es für seine Arbeit relevant ist - Zugriff auf das Tool und kann relativ einfach aussagekräftige Visualisierungen von Testergebnissen oder Nutzungsdaten bekommen.

Für unsere externen Partner haben wir eine eigene Lösung gebaut, das HomeToGo-Partnercenter. Jeder Partner, ob groß oder klein, kann sich hier einloggen und kann bestimmte KPI für sich abrufen, Verträge einsehen, etc. Basierend auf diesem Partnercenter gibt es außerdem ein Bidding-Tool, wo jeder Partner selbstständig seine Bids regeln kann. CPCs oder CPAs für verschiedene Destinationen und Suchkriterien prüfen, und so weiter. Das kann man sich ungefähr vorstellen wie Google Adwords.

Welchen Hoster verwenden Sie für Ihre Website? Warum haben Sie diese Wahl getroffen?

Relativ unspektakulär: Amazon Web Services. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, weil es echt flexibel ist. Da können wir auch spontan aufstocken, um zum Beispiel die Traffic-Spitzen nach der Ausstrahlung von Werbespots abzufangen. Da ist Amazon das ideale Angebot für unsere Bedürfnisse. Vor allem ist es ja so, dass man bei AWS immer nur das bezahlt, was man tatsächlich verbraucht, sei es jetzt Traffic oder Bandbreite.

Gibt es sonst noch Tools, Instrumente oder Methoden, die bei HomeToGo zum Einsatz kommen? Haben Sie noch spezielle Empfehlungen?

Lucidchart nutzen wir im Design-Team, um mit Flow Charts darzustellen, wie User von einer Seite zur nächsten springen oder so etwas. Schnell hat sich das Tool auch für Business Development als sehr nützlich herausgestellt, um Prozesse abzubilden.

Außerdem nutzen wir TestingTime für Inhouse-Usability-Tests. Damit bestellen wir wöchentlich ein bis zwei Testpersonen zu uns ins Büro. Mit denen gehen wir dann die Seite durch und versuchen, eventuelle Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. TestingTime übernimmt dabei das Recruiting und die Incentivierung der Kandidaten.

Für Mockups nutzen wir Sketch in Kombination mit InVision. Mit der Inspect-Funktion von InVision gelingt der Handoff zu den Entwicklern am besten.

  • Google Suite
  • Zoom
  • HipChat
  • Confluence
  • Pipedrive
  • Jira
  • Desk.com
  • LiveChat
  • Greenhouse
  • HeavenHR
  • Small Improvements
  • DATEV
  • Tableau
  • AWS
  • Lucidchart
  • TestingTime
  • Sketch
  • InVision
Michael Grillhösl
Michael Grillhösl

Michael Grillhösl ist Director Product Design & Brand bei HomeToGo. Er ist wenige Monate nach der Gründung zum Team gestoßen und kümmert sich seither um die Themen Product Design, User Experience, Markenaufbau und TV-Kampagnen. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der Online-Reisebranche war Michael für weg.de, swoodoo und KAYAK im Einsatz und baut derzeit das in-house Designteam bei HomeToGo auf.

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