Pure ist keine klassische Dating-App, sondern ein spezialisiertes Tool für direkte, unverbindliche Begegnungen – egal ob virtuell (Sexting) oder real (Hook-ups).
Das Besondere ist das radikale Konzept der maximalen Anonymität und Vergänglichkeit: Statt eines dauerhaften Profils erstellst du hier eine temporäre, 24-stündige "Persönliche Anzeige", in der du deine Absichten ganz klar formulierst. Nur wer aktiv eine solche Anzeige geschaltet hat, kann überhaupt andere Anfragen sehen und von anderen Nutzer:innen gefunden werden. Eine Anzeige besteht ganz schlicht aus einem kreativen Suchtext, bis zu drei Fotos sowie deinen “Turn-Ons” und “Dating-Zielen”.
Die gesamte Plattform ist auf Flüchtigkeit ausgelegt: Chats zerstören sich nach 24 Stunden selbst (es sei denn, beide verlängern den Timer), Fotos können sich nach einmaligem Ansehen löschen und die App versucht aktiv, Screenshots zu verhindern. Das Ziel ist klar: hier sollen sich auch erotische und sinnliche Bilder ohne Bedenken teilen lassen.
Pure spricht damit eine junge, aufgeschlossene Zielgruppe an, die Direktheit und Unverbindlichkeit schätzt. Für Männer gilt hier ein striktes "Pay-to-Play"-Model, während Frauen die Grundfunktionen kostenlos nutzen können. Für erweiterte Features wie den Inkognito-Modus und erweiterte Filter brauchen aber auch Frauen einen Premium-Account, der hier “Pure Queen” genannt wird.
In puncto Diskretion und Anonymität unterstützt dich Pure mit Features wie dem Blurren von Inhalten oder einem Inkognito-Modus. Zusätzlich kannst du dich per ID verifizieren lassen, aber auch die Echtheit einer fremden Anzeige prüfen. Letzteres bezieht sich allerdings auf das Aussehen und den Abgleich mit einem aktuellen Selfie, nicht auf eine umfassende Identitätsprüfung.
Ich finde, Pure ist ein faszinierendes und konsequentes Konzept. Es filtert Unentschlossenheit rigoros heraus und belohnt klare Ansagen. Wenn du genau weißt, was du willst und bereit bist, die Paywall zu überwinden, findest du hier potenziell ein Tool für spannende Abenteuer und unverbindliche Begegnungen, die genau zu dem passen was du (in dem Moment) suchst und brauchst.
Wie viele der jüngeren Dating- und Hookup-Apps hat aber auch Pure das Problem der schwachen Userbase. Außerhalb von Großstädten ist die geringe Nutzerdichte spürbar und ein klarer Nachteil. Hinzu kommt der Preis für männliche Profile, der auch von vielen aktuellen Nutzern bemängelt wird, denn: ohne zu bezahlen, bekommst du nichts zu sehen. Das führt zwar dazu, dass diejenigen, die sich auf Pure anmelden, die Sache auch ernst nehmen – hält die Userbase im Vergleich zu Freemium-Apps wie Tinder aber überschaubar.