Geschäftsmodell Gutschein-Nichteinlösungsquote
Welche Probleme löst Du mit dem Produkt?
Mydays hat die Lizenz um Geld zu drucken. Pro Jahr gewinnt der Konzern Millionen Euro an den Gutscheinen, die verfallen. Das ist mal Fakt. Auch ich gehöre dazu - 6 Wochen zu spät. Ich hatte den Gutschein für einen Freund zum Geburtstag gekauft. Es handelte sich um einen Formel 1 Simulator. Der Gutschein hatte eine Gültigkeit von 3 Jahren. Im Jahre 2015 allerdings hatte der Simulator Wartungsprobleme oder war kaputt, aber das interessiert diesen Konzern nicht. Ich kontaktierte den Kundenservice und wurde belehrt, dass ich wohl das bürgerliche Gesetzbuch mit seinem Paragraphen194 ff nicht kenne. Der Kommentar von Mydays dazu:
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Was bedeutet Verjährung?
Verjährung bedeutet in diesem gesetzlichen Fall, dass Sie sich als ursprünglicher Rechteinhaber aufgrund des Zeitablaufes nicht mehr auf Ihr Recht zur Einlösung berufen können.
Warum macht der Gesetzgeber so etwas?
Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen soll der Schuldner der Leistung – in dem Fall unser Unternehmen – geschützt werden. Denn leider können wir als Unternehmen nicht unbegrenzt Rücklagen für Risiken aus früheren Geschäften bilden und müssen daher irgendwann – allein auf Grund des Zeitablaufs – berechtigt sein, den Anspruch ohne Eingehen auf die Sache selbst zurückzuweisen.
Dies war eine Intention des Gesetzgebers, die geltenden Verjährungsvorschriften einzuführen. Deshalb berufen wir uns hier auf die Verjährung und bitten dafür um Ihr Verständnis.
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Bla-bla-bla - schön ausgedacht. Ach, der arme Konzern wird sogar jetzt vom Gesetzgeber gezwungen, so zu handeln. So, so - weit gefehlt - dahinter steckt System und nennt sich ganz einfach Proftgier.
Tja, so ist das, auf deutsch heißt das: Wenn du Kunde zu blöd bist, den Gutschein einzulösen, dann werden wir einen Teufel tun und dir Kulanz gewähren. Obwohl hier öfters Kulanz durchaus im Bereich des Möglichen wäre, aber die Nichteinlösequote ist ein attraktives Geschäftsmodell. Wie hier in den Stellungnahmen zu sehen ist, fackelt der Kundenservice nicht lang. Die Geschäftsformel ist relativ simpel: Der Kunde kauft einen Gutschein. Das Geld landet sofort bei Mydays. Das Geld wird aber erst dann an den Anbieter – die Fallschirmschule oder das Wellnesshotel etwa – weitergereicht, wenn es zur Einlösung kommt. Das kann Tage, Wochen oder Jahre später sein oder eben gar nicht und da sind wir bereits beim Punkt. Es wäre ein leichtes die Kunden kurz vor dem Verfallsdatum, z.B per Email zu informieren, dann hätte dieser zumindest noch eine Chance, damit der Gutschein nicht verfällt. Mydays arbeitet akribisch daran sein Image aufzubessern, aber es gibt immer mehr unzufriedene Kunden, die mit dieser Praxis nicht einverstanden sind, sei es durch Krankheit, einfaches Vergessen oder Verlegen der Gutscheine. Hier müsste der Gesetzgeber aber auch aktiv werden, denn wieso sollte Mydays seine Kundenpolitik ändern, bei den Millionengewinnen durch Nicht-Einlösung der Gutscheine. Die Welt schreibt: Die Nichteinlöse-Quote liegt bei etwa 25 Prozent. Der Erlebnisgutscheinanbieter kann damit, grob gerechnet, einen sehr großen Teil des Umsatzes als Ertrag verbuchen. Mydays gehört zur Sat1-Medien-Gruppe und wie agressiv die am Markt arbeiten ist bekannt. Fazit: Jeder sollte für sich beantworten, ob sich so ein Gutschein überhaupt lohnt und ob garantiert werden kann, ob der Gutschein eingelöst wird, denn sonst ist es wieder leicht verdientes Geld für Mydays und ein Loch in der Kasse der Kunden. Ich und meine Familie und Bekannten werden auf alle Fälle die Finger von Mydays lassen. Außer Spesen nichts gewesen - auch wenn der Kundenservice irgendeinen Blödsinn darauf antwortet, denn was sollen sie auch anderes machen. Sie bedauern nur immer und es tut Ihnen leid - ach wie süß, manchmal aber auch ganz schön frech.