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Dienstag, 7 November 2017
16 Minuten Lesezeit

Social Media Recruiting: So klappt es auf allen Kanälen

Jessika Fichtel
Fachredakteurin für HR von trusted

Social Media Recruiting Definition

Was ist Social Media Recruiting? Ehe das Thema von allen Seiten tiefgehend beleuchtet wird, muss natürlich zunächst einmal diese grundlegende Frage geklärt werden. Die Definition von Social Media Recruiting umfasst die folgenden Aspekte:

Social Media Recruiting ist eine Methode in der Personalbeschaffung (engl. “Recruiting”), die auf der Nutzung von Sozialen Medien, beispielsweise Facebook, Twitter, YouTube, XING und LinkedIn, basiert. Sie ist auch bekannt unter den Bezeichnungen Social Hiring, Social Recruitment und Social Media Recruitment.

Personaler, die sich der Maßnahmen des Social Media Recruitings bedienen, verfolgen in der Regel vier übergeordnete Ziele:

  1. Die Stärkung der Unternehmensmarke (Employer Branding)
  2. Die Förderung von Kontakt und Dialog (zum und mit dem potentiellen Bewerber)
  3. Die Ansprache von jungen Fachkräften
  4. Die Erschließung neuer Bewerbungskanäle

Um diese Ziele zu erreichen, werden im Social Media Recruiting verschiedene Herangehensweisen genutzt: Die direkte Ansprache von Kandidaten (auch Distribution genannt) und die indirekte Ansprache über Einblendung von Werbemaßnahmen (Social Profiling).

Nachdem Social Media Recruiting ab 2010 in aller Munde war und das Interesse danach etwas abgeflacht ist, genießt es inzwischen wieder einen gewissen Aufwind. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die interessante Ergebnisse liefern. Außerdem ist zu beobachten, dass das Social Hiring regelmäßig neue Trends hervorbringt.

Nutzung von Sozialen Medien für die Bewerberansprache

Wenn es um Social Media Recruiting-Studien geht, dann kommt man um einen Namen einfach nicht herum: Eva Zils hat sich die Recruiting-Maßnahme Social Hiring zuletzt im Jahr 2015 angeschaut und im Rahmen ihrer Untersuchungen 422 Recruiter befragt.

  • 46 % nutzen Social Media für Active Sourcing
  • 45 % nutzen Social Media, um Jobangebote zu teilen
  • 43 % nutzen Social Media für Employer Branding

Interessant ist auch die Frage, wie viele Stellen in den letzten sechs Monaten durch Social Recruiting besetzt wurden. 27,5 % der Personaler gaben an, keine Stelle besetzt zu haben, bei 24,1 % waren es immerhin zwischen einer und fünf Stellen. Rund 5 % der Befragten konnten eine überraschende Erfolgsquote von mehr als 20 besetzten Stellen durch Social Media Recruiting vorweisen. Alle Ergebnisse dieses Social-Media-Recruiting-Reports können Sie hier nachlesen.

Ein anderer, der sich eingängig mit der Thematik auseinandergesetzt hat, ist Thorsten Petry, Professor für Personalmarketing an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden. Er beleuchtet in seinen Untersuchungen nicht nur die Seite der Personaler, sondern auch, wie Studenten zum Social Media Recruiting stehen. Aus seinen Forschungsergebnisse, die Sie hier in einer stark gekürzten, dafür aber kostenfreien Version finden, geht unter anderem hervor, dass die meisten Unternehmen (90%) regelmäßig XING nutzen, Studenten hier allerdings nur selten aktiv sind. Eine weitere spannende Erkenntnis: Nur 14 % der befragten Unternehmen nutzen Soziale Medien überhaupt nicht.

Eine dritte aktuelle Social-Media-Studie, die Ihnen trusted an dieser Stelle empfehlen möchte, ist der ADP Social Media Index, der im Januar 2016 zum sechsten Mal erschienen ist. Aus dieser Umfrage geht unter anderem hervor, dass vor allem die Finanz- und Versicherungsbranche soziale Netzwerke nutzt, um Bewerber anzusprechen. Spannend ist auch, dass etwa zwei Drittel der Unternehmen zukünftig wieder mehr Geld in das Social Media Recruiting investieren wollen. Die Untersuchung des ADP Social Media Index ergab außerdem: “Je größer die Unternehmen sind, desto häufiger und zielorientierter nutzen sie Social Media.” Immerhin gaben 39 % der befragten Unternehmen an, dass sie eine Social Media-Strategie für ihr HR-Management haben. Weitere 36 % planen einen solchen Schritt. Noch mehr interessante Ergebnisse und die Formel zur Berechnung des ADP Social Media Index können Sie hier nachlesen.

Welche Kanäle werden hauptsächlich genutzt

HR-Mitarbeiter scheinen sich einig zu sein: Wenn es um die Umsetzung von Social-Media-Recruiting-Maßnahmen geht, setzen die meisten auf den Klassiker XING, beziehungsweise den XING Talent Manager. Auch andere bekannte Netzwerke wie Facebook und LinkedIn schneiden verhältnismäßig gut ab.

Weitere Kanäle wie Twitter, Instagram und YouTube sind vielen Personalern zwar durchaus bekannt, werden allerdings eher stiefmütterlich behandelt. Thorsten Petry fand sogar heraus, dass die Social Media-Aktivität vieler Unternehmen 2016 im Gegensatz zu 2014 nachgelassen hat. Ausnahmen bilden hierbei LinkedIn und kununu. Diese beiden können ein stetiges Wachstum verzeichnen.

Aktuelle Trends und Zukunftsaussichten

“Wunderwaffe im Kampf gegen den Fachkräftemangel” oder doch eher “Social Media Recruiting ist tot”? Diejenigen, die sich eingängig mit der Thematik befassen, sind sich nach wie vor uneinig.

Fakt ist: Die wenigsten Unternehmen schöpfen die Potenziale aus, die ihnen das Social Hiring mit all seinen Facetten bietet. Egal ob aus Unwissenheit, Zeitmangel oder schierer Faulheit - viele Recruiter lassen sich wertvolle Chancen entgehen und rechtfertigen ihr Handeln damit, dass sich der Aufwand nicht lohnen würde.

Best Practise-Beispiele (siehe unten) zeigen jedoch, dass das Social Media Recruiting durchaus erfolgreich sein kann. Es ist davon auszugehen, dass das zukünftig von immer mehr Unternehmen erkannt und genutzt wird.

Aktuelle Trends im Bereich Social Media Recruiting sind:

  • Die Fokussierung auf das Bilder-Netzwerk Instagram (speziell: Die Instagram Stories)
  • Die vermehrte Nutzung von Mitarbeitern als Testimonials
  • Der Einsatz von WhatsApp zur direkten Kommunikation (Newsletter, Link-Sammlungen etc.)
  • Mehr Proaktivität von Seiten der Unternehmen (insbesondere KMU)
  • Employer Branding

Maßnahmen und Strategien für das Social Media Recruiting

Schnell eine Stellenausschreibung bei Facebook posten und parallel dazu auf Twitter teilen - so funktioniert Social Media Recruiting (leider) auf gar keinen Fall. Wenn Sie sich als Personaler dieser Recruitment-Maßnahme widmen wollen, müssen Sie vor allem eines mitbringen: Sehr viel Zeit.

Social Media Recruiting erzielt nicht von jetzt auf gleich sichtbare Erfolge, sondern lohnt sich erst nach einer gewissen Zeit. Um diese möglichst effektiv zu nutzen, sollten Sie sich im Vorfeld umfassende Gedanken über Ihre Recruiting-Strategie machen und ein professionelles Konzept erarbeiten.

Entwicklung von Kampagnen für alle Kanäle

Viele Personalmitarbeiter begehen einen großen Fehler, wenn sie sich für den Einsatz von Social Media Recruiting entscheiden: Sie entwickeln eine Kampagne und wenden diese auf allen Kanälen an. Das ist zwar zeit- und kostensparend, aber keinesfalls zielführend. Die gängigen Sozialen Netzwerke unterscheiden sich teils stark voneinander und sollten daher auch immer differenziert behandelt werden.

Ein Posting, das auf Facebook gut funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch auf Twitter zum Hit werden usw. Um ein Gespür für die “Funktionsweise” von Social Media zu bekommen, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld eingängig mit den unterschiedlichen Kanälen zu befassen und darauf aufbauend Kampagnen zu entwickeln.

Wenn möglich, ist es empfehlenswert, an dieser Stelle mit einem unternehmensinternen oder auch -externen Social Media-Spezialisten zusammenzuarbeiten und sich entsprechende Informationen geben zu lassen.

Falls Sie noch ein paar konkrete Anregungen für Ihre Social Media Recruiting-Maßnahme brauchen, werden Sie hier sicherlich fündig:

  • Zielgruppenanalyse (vorrangig Vertreter der Generationen X, Y und Z)
  • Einbindung der eigenen Mitarbeiter, die als eine Art Testimonial dienen
  • Zusammenarbeit mit sogenannten Social-Influencern (Influencer Marketing)
  • Konzeptionierung und Umsetzung mit einer professionellen Werbeagentur
  • Umfassendes Content-Marketing in Kooperation mit dem Social Media-Team
  • Erstellung eines Corporate Blogs
  • Einsatz von Storytelling-Maßnahmen

Einbindung von Stellenanzeigen und Karriereseiten

Eine wirkungsvolle Social Media Recruiting-Kampagne besteht in der Regel nicht nur aus maßangefertigtem Content für die unterschiedlichen Kanäle. Um maximale Erfolge zu erzielen, ist es außerdem sinnvoll, Stellenanzeigen und die eigene Karriereseite in die Strategie einzubeziehen. Oder mit anderen Worten: Nutzen Sie andere Recruiting-Maßnahmen, um noch mehr Potential aus dem Social Recruitment zu schöpfen.

Bei der Kommunikation offener Stellen kommt es darauf an, Kreativität an den Tag zu legen. Einfach nur den entsprechenden Link kopieren und in den sozialen Netzwerken teilen, reicht in den meisten Fällen nicht aus, um das Interesse attraktiver Bewerber zu wecken. Hier finden Sie ein paar Beispiele für die zielführende Einbindung von Stellenanzeigen und Karriereseiten (als Ergänzung zum eigentlichen Posting):

  • Infografik (die Aufgaben und Anforderungen visualisiert)
  • Hochwertiger (und thematisch passender) Bild-Content
  • Web-/Erklärvideo (in dem der Job beispielsweise vorgestellt wird)

Ansprache potenzieller Bewerber auf sozialen Netzwerken

Potentielle Bewerber über Facebook und Co. anzusprechen verlangt Fingerspitzengefühl. Der wohl wichtigste Hinweis diesbezüglich: Passen Sie Ihre Kommunikation Ihrer Zielgruppe an, ohne dabei gestellt zu wirken. Damit Ihre Ansprache möglichst authentisch ist, sollten Sie die weiter oben erwähnte Zielgruppenanalyse keinesfalls außer Acht lassen. Und sparen Sie am Humor! Personaler sind zwar immer wieder der Meinung, dass sie potentielle Bewerber am besten durch lockere und witzige Sprüche erreichen. Tatsächlich fühlen diese sich jedoch eher von informativen Inhalten angesprochen. Zu dieser Erkenntnis kam Thorsten Petry.

Reporting und Analyse aller Maßnahmen

Damit sich all Ihre Bemühungen nicht im Sand verlaufen und die Social-Recruiting-Strategie Wirkung zeigt, ist es von großer Wichtigkeit, alle Maßnahmen zu dokumentieren und analysieren.

Welcher Beitrag hatte die größte Reichweite? Wie viele Interessenten haben Fragen gestellt? Wer hat direkt eine Bewerbung verschickt? Wo gibt es noch Optimierungsbedarf? Fragen wie diese und noch viele weitere dürfen auf keinen Fall offen bleiben, sondern müssen stets umfassend beantwortet werden. Ein Tool, das Ihnen hierbei behilflich ist, ist der Taleo Social Sourcing Cloud Service. Alternativ können auch andere Programme und Hilfsmittel, beispielsweise Excel, Trello oder Podio genutzt werden, um die Ergebnisse des Social Media Recruitings nachzuverfolgen.

Social Media Recruiting und Employer Branding

Kaum eine Definition von Social Media Recruiting kommt ohne die Erwähnung des Begriffs Employer Branding aus. Tatsächlich sind die beiden Bereiche eng miteinander verknüpft - und sollten trotzdem immer voneinander unterschieden werden.

Während das Social Media Recruiting vorrangig auf die Gewinnung neuer Mitarbeiter abzielt, folgt das Employer Branding einer allgemeineren Motivation. Es geht um die Bildung einer Arbeitgebermarke, die das Unternehmen nach außen wie nach innen besonders positiv repräsentiert. Wenn man so möchte, dann kann das Employer Branding salopp auch als Imagepflege bezeichnet werden. Als solche können Sie es durchaus als “Teil-Disziplin” des Social Media Recruitings verstehen.

Social Media Recruiting und Active Sourcing

Ähnlich wie mit dem Employer Branding und Social Media Recruiting verhält es sich auch im Fall von Active Sourcing. Es gibt Schnittmengen, die dazu führen, dass die Themen gern im selben Atemzug genannt werden.

Social Media Recruiting und Active Sourcing weisen durchaus Parallelen auf - allen voran die (direkte) Bewerberansprache über soziale Medien. Allerdings muss auch darauf hingewiesen werden, dass sich Active Sourcing keinesfalls auf Facebook, Twitter, XING, LinkedIn und Co. beschränkt, sondern beispielsweise auch auf Messen und in Lebenslaufdatenbanken eingesetzt werden kann. Auf der anderen Seite wäre es auch falsch, das Social Media Recruiting ausschließlich auf die direkte Ansprache von Bewerbern zu beschränken, denn dadurch würde man den Bereich des Social Profilings völlig außer Acht lassen.

Social Media Recruiting Kanäle

Folgende Kanäle werden besonders häufig für Maßnahmen des Social Media Recruitings eingesetzt.

XING

XING ist mit rund 10 Millionen Nutzern nicht nur das führende Karriere-Netzwerk in der DACH-Region, sondern auch die erste Adresse, wenn es um Social Media Recruiting geht. Die Ansprache potenzieller Bewerber ist hier dank differenzierter Suchfilter und XING Talent Manager besonders einfach für Personaler. Um die Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können, ist es wichtig, sich intensiv mit dem Netzwerk auseinanderzusetzen. Noch immer ist XING für viele ein Buch mit sieben Siegeln.

LinkedIn

Auch das zweitgrößte Berufsnetzwerk LinkedIn kann sich über eine positive Entwicklung freuen. Auch wenn das US-Unternehmen in Anbetracht der deutschsprachigen Nutzer noch immer hinter XING rangiert, kann ein deutlicher Zuwachs verzeichnet werden. Personaler nutzen LinkedIn insbesondere, um internationale Talente zu rekrutieren. Was sich bei XING Talent Manager nennt, ist hier das Tool LinkedIn Recruiter. Um möglichst viele Profile vollständig einsehen zu können, müssen Sie Ihr LinkedIn-Netzwerk kontinuierlich erweitern.

Sowohl bei XING als auch LinkedIn ist ein Premium-Profil Pflicht für Personaler.

Facebook

Social Media Recruiting via Facebook erscheint im ersten Augenblick einfach, erfordert jedoch sehr viel Erfahrung. Die wohl größte Schwierigkeit besteht darin, die Leute, die man erreichen möchte, gezielt anders anzusprechen. Denn im Gegensatz zu XING und LinkedIn sind die Filterfunktionen bei Facebook für Personaler eher unbrauchbar. Wenn Sie hierüber neue Talente finden und ansprechen wollen, sollten Sie auf jeden Fall die Social Graph-Suchfunktion nutzen und darauf achten, dass diese auf Englisch umgestellt wird.

Die Recruiting-Erfolge hängen jedoch nicht nur von Ihrem Können ab, sondern auch davon, wie vollständig Facebook-Nutzer ihr Profil ausfüllen. Die mangelnde Bereitschaft, berufliche Informationen zur Verfügung zu stellen, kann als größte Herausforderung für Recruiter im Umgang mit Facebook definiert werden.

Twitter

Anders als Facebook wird Twitter von den meisten Recruitern außer Acht gelassen. Zu speziell, zu kompliziert, zu klein - die Vorurteile gegenüber dem Microblogging-Dienst finden oft kein Ende. Tatsache ist jedoch, dass das Thema Business auf Twitter eine große Rolle spielt und sich hier viele Nutzer mit einer starken Meinung tummeln. Es besteht demzufolge durchaus ein Recruiting-Potential, das beispielsweise durch Zusammenarbeit mit Accounts wie @jobtweet_de oder @JobsTicker voll ausgeschöpft wird. Auch Hashtags wie #Tweetmyjobs oder #Jobangebot sind Ihnen bei Ihrer Suche unter Umständen behilflich.

YouTube

YouTube ist vor allem für Social Hiring von Bedeutung, weil hier Recruiting-Videos hochgeladen werden können, ohne den unternehmenseigenen Server zu belasten. Die Video-Plattform kann eher als Mittel zum Zweck verstanden werden, da der Content von hier aus auf andere Social Media Recruiting-Kanäle geteilt wird. Die direkte Ansprache von potentiellen Bewerbern über Youtube ist eher unüblich.

Instagram

Das Bilder-Netzwerk Instagram ist eine Art geheimer Shootingstar. Die HR-Branche entdeckt das Medium nur zögerlich für sich, ist sich aber durchaus der Möglichkeiten bewusst. Wenn Sie den Einsatz von Instagram in Betracht ziehen, sollten Sie unbedingt daran denken, dass sich hier ein sehr spezielles, aber auch immer größer werdendes Zielpublikum tummelt. Während Active Sourcing via Instagram eher schwierig ist, bietet das Soziale Netzwerk vielfältige Möglichkeiten im Hinblick auf das Employer Branding.

Best Practices und Beispiele für gelungenes Social Media Recruiting

Wie genau Social Hiring funktioniert, erklären Ihnen am besten die Praxis-Profis. Nachfolgend finden Sie drei Beispiele aus der Kategorie “gelungenes Social Media Recruiting”, die das Prädikat “Best Practices” verdient haben.

1. Lidl: Viral-Hit mit LI DL LAND

Der Lidl-Werbespot “LI DL LAND” ist ein hervorragendes Beispiel für Web-Videos, die es dank Storytelling schaffen, zum Viral-Hit zu werden. Was Edeka mit dem “Supergeil-Opa” vorgemacht hat, wurde vom Discount-Konkurrenten Lidl aufgenommen und perfektioniert. Der Clip ist nämlich nicht nur eine unterhaltsame Hommage an den oscar-prämierten Blockbuster LA LA LAND, sondern beinhaltet auch eine eindeutige Aufforderung: Bewerben Sie sich bei Lidl!

2. 100tausendlux: Social Recruiting via Instagram

Die 100tausendlux Group ist ein noch recht unbekanntes, jedoch rasch wachsendes eCommerce- und Medien-Unternehmen, das sich im Bereich Social Media bestens auskennt. Ein Beweis hierfür ist der Instagram-Account, auf dem die Kreativ-Köpfe nicht nur ihre Unternehmensgeschichte auf überaus charmante Weise dokumentieren, sondern “ganz nebenbei” auch regelmäßig offene Stellen ausschreiben.

3. Zappos: Eigenes Social Network statt Stellenausschreibung

Der Online-Shop Zappos gilt in vielen Bereichen als Vorreiter. Auch im Hinblick auf die Suche nach neuen Mitarbeitern geht der US-Konzern gern ungewöhnliche Wege - und hat deswegen vor einer Weile Stellenausschreibungen komplett von der Agenda gestrichen. Stattdessen kommuniziert Zappos offene Jobs über ein eigenes soziales Netzwerk. Wer sich für eine Anstellung bei dem Mode-Unternehmen interessiert, kann sich einfach anmelden und immer die neuesten Infos erhalten.

5 Tipps für die Bewerberansprache auf allen Kanälen

Sie möchten gern Ihr neues Wissen über Social Media Recruiting in der Praxis umsetzen? Dann sollten Sie unbedingt die nachfolgenden Tipps beachten, die trusted für Sie zusammengestellt hat.

1. Erstellen Sie eine umfassende Strategie

Es mag verlockend sein, doch wildes und unüberlegtes “Drauf los-Posten” bringt nur selten Erfolge mit sich. Überlegen Sie sich stattdessen im Vorfeld genau, wen Sie durch das Social Media Recruiting erreichen wollen und wo Ihnen das am besten gelingt.

2. Nutzen Sie jeden Kanal individuell

Viele Recruiter begehen einen entscheidenden Fehler: Sie erstellen eine Strategie und übertragen diese auf alle Social Media-Kanäle. Das spart vielleicht Zeit, ist aber alles andere als empfehlenswert. Im Umgang mit sozialen Netzwerken sollten Sie sich immer dem entsprechenden Medium anpassen - und nicht umgekehrt. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass das Cross-Posting gleicher Inhalte in unterschiedlichen Netzwerken nicht den gewünschten Effekt mit sich bringen wird.

3. Verlieren Sie nie Ihre Corporate Identity aus den Augen

Soziale Medien bieten schier unendlich viele Möglichkeiten - von denen ein Recruiter gerade zu Beginn auch mal überfordert sein kann. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich dem Social Media Recruiting am besten nähern sollen, hilft es unter Umständen, Ihre Corporate Identity (kurz: CI) noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen und davon ausgehend eine Strategie zu entwickeln.

Gute Social-Media-Recruiting-Beispiele zeigen immer wieder, dass erfolgreiche Kampagnen die CI des Arbeitgebers perfekt widerspiegeln. Die Vorteile, die sich hieraus ergeben, umfassen unter anderem ein stimmiges Gesamtkonzept, das den Empfänger nicht verwirrt, und ein Wiedererkennungseffekt erzeugt.

4. Führen Sie einen echten Dialog zwischen echten Menschen

Was bedeutet “viral”?

Wenn ein Video (oder ein anderes Content-Format) eine extrem große Reichweite erreicht, ohne, dass der Urheber viel dazu beiträgt, dann geht es “viral”. Ein Beispiel dafür ist das “LI DL LAND”-Video.

Das A und O beim Rekrutieren über soziale Netzwerke ist eine ehrliche und authentische Kommunikation von Mensch zu Mensch. Nur so kann die Bindung aufgebaut werden, die im weiteren Bewerbungsprozess von so großer Wichtigkeit ist und von der alle Beteiligten profitieren.

5. Arbeiten Sie auf den viralen Effekt hin

Viele Recruiter nutzen soziale Medien als Recruiting-Kanal, weil diese immer eine gewisse Streukraft mit sich bringen. Das bedeutet: Selbst wenn ihr Beitrag von einer Person ohne Interesse gesehen wird, besteht dennoch die Chance, dass diese die Information an andere weiterleitet oder zumindest mit einem “like” versieht. Besonders hochwertiger Content wird besonders häufig angeklickt, geliket, geteilt und kommentiert. Im Fachjargon spricht man auch vom viralen Effekt.

Weitere Informationen und Literaturtipps

Wenn Sie sich noch intensiver in die Personalbeschaffungsmaßnahme Social Media Recruiting einlesen wollen, empfiehlt Ihnen trusted diese Literaturtipps und weiterführende Informationen:

  • Ralph Dannhäuser (Hrsg.): Praxishandbuch Social Media Recruiting
  • Hermann Arnold: Einsichten zu Social Media Recruiting: Wie Sie Netzwerke wirklich richtig nutzen
  • Lars Storz: Social Media Recruiting mit Fokus auf die Social Media Plattformen XING und LinkedIn (Link zur Bachelorarbeit)
  • Kostenloses Whitepaper zum Thema “Active Recruiting” von XING (Link zum White Paper)
  • Social Recruiting Days (Link zur Webseite)

Fazit

Von manchen längst für tot erklärt, von anderen in den Himmel gelobt - wenn es um das Social Media Recruiting geht, sind sich viele Personaler noch immer uneinig. Eines ist jedoch sicher: Wer es nicht selbst ausprobiert, kann nicht wissen, ob es funktioniert oder nicht. Mit genügend Zeit, Budget, grundlegendem Verständnis für die Funktionsweise von Social Media und ausreichend Kreativität ist es durchaus möglich, potenzielle Bewerber über soziale Netzwerke wie Facebook, XING und Co. zu erreichen und für eine offene Stelle zu begeistern.

Checkliste

Überlegen Sie sich, welche sozialen Netzwerke Sie für die Recruiting-Maßnahmen einsetzen wollen (oftmals gilt hierbei: Weniger ist mehr!)

Analysieren Sie Ihre Zielgruppe

Entwickeln Sie individuelle Strategien für jedes einzelne Netzwerk

Betreiben Sie aktives Employer Branding

Treten Sie mit den potenziellen Bewerbern in Kontakt

Dokumentieren und analysieren Sie Ihre Social Media Recruiting-Maßnahmen

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