Auf den ersten Blick wirkt single.de wie eine moderne und dynamische Singlebörse. Als eine der ältesten Dating-Plattformen Deutschlands, mit Wurzeln um die Jahrtausendwende, will sie das klassische Profil-Stöbern mit der Interaktivität eines sozialen Netzwerks verbinden. Dabei setzt sie auf den "Single Feed", ein Live-Stream mit den neuesten Aktivitäten wie Fotos und Status-Updates von Mitgliedern aus deiner Umgebung. Ergänzt wird dies durch eine aktive Profilsuche und ein "Like it or not"-Swiping-Spiel. Du hast hier also die volle Kontrolle und musst selbst aktiv werden, statt auf Partnervorschläge eines Algorithmus zu warten.
So interessant das Konzept klingt, ist mein Fazit nach einer Recherche der Nutzererfahrungen ernüchternd. Die Plattform wird von einer überwältigenden Welle an Kritik überzogen. Hauptprobleme sind eine extrem hohe Dichte an Fake-Profilen, die Nutzer:innen in Betrugsmaschen verwickeln wollen, sowie ein aggressives Geschäftsmodell.
Viele Berichte sprechen von einer klassischen "Abo-Falle" mit schwer kündbaren Verträgen, die bei Zahlungsverzug an ein Inkassounternehmen übergeben werden. Zwar gibt es Pluspunkte wie das moderne Design, die große Userbase und die theoretisch faire Regel, dass Basis-Mitglieder auf Nachrichten von Premium-Nutzern antworten können. Diese positiven Aspekte werden jedoch von den schwerwiegenden und systematischen Mängeln überschattet.