Promova ist eine internationale Sprachlernplattform, die sich klar auf Inklusion, psychologische Sicherheit und praxisnahes Lernen fokussiert. Nach meiner Einschätzung ist die App kein klassischer “Duolingo-Klon”, sondern eher eine Art Gegenentwurf. Bewusst ruhig und nüchtern gestaltet, will die App ein Gegenpol sein zu den vielen Sprachlern-Apps, die sich fast ausschließlich auf Spaß und Gamification konzentrieren.
Insgesamt unterstützt Promova 12 Sprachen: Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Koreanisch, Chinesisch, Portugiesisch, Arabisch, lateinamerikanisches Spanisch und Ukrainisch, plus die American Sign Language (also Zeichensprache) mit Videolektionen.
Didaktisch setzt Promova auf Micro-Learning. Du lernst in kurzen Einheiten (unter 10 Minuten) mit klarer Struktur. Das passt gut in den Alltag und bleibt mit über 4.000 Lektionen auch über lange Strecken abwechslungsreich. Ein zentrales Feature ist die Promova AI. Nicht nur wird dein persönlicher Lernplan auf Basis deiner Präferenzen individuell per KI für dich zusammengestellt. Du kannst auch mit dem AI Tutor lernen. Mithilfe der KI trainierst du realistische Gesprächssituationen – vom Small Talk bis zum Bewerbungsgespräch. Gerade für introvertierte Lerner:innen und Menschen, die im menschlichen Gespräch Sprachhemmungen haben, kann das ein echter Mehrwert sein!
Besonders stark wirbt Promova mit dem Thema Inklusion. Die App will auch Menschen mit Dyslexie gezielt ansprechen. Dafür gibt es einen Dyslexia Mode, der die spezielle Schriftart Dysfont nutzt und Kontraste im Design reduziert. Gepaart mit der ruhigen Oberfläche ohne visuelle Überforderung soll sich das Lernen dann für Betroffene spürbar angenehmer anfühlen. Auch, wenn es keinen gesicherten Beweis dafür gibt, dass spezielle Dyslexie-Schriftarten die Leseleistung nachweislich verbessern, ist das Feature doch ein starkes Inklusionssignal.
Auch inhaltlich möchte Promova sich von anderen Lernapps abgrenzen. Anders als beim “verschulten” Babbel steht hier weniger Grammatik, dafür mehr relevanter Wortschatz im Vordergrund. Und anders als bei den KI-generierten Unsinnstexten eines Duolingo (z.B. “Meine Ente liest ein Buch”) sollen die Inhalte vor allem praxisnah sein und mithilfe von Flash Cards und einfachen Übungen die wichtigsten Skills schulen. Hinzu kommen spezialisierte Fachkurse, z.B. Business English, Englisch für medizinisches Personal und mehr.
Kritischer bewerte ich die Preispolitik. Das reguläre Premium-Abo ist mit zwischen 5 und 10 €/Monat zwar nicht grundsätzlich teurer, als bei vielen anderen Apps. Laut Nutzerfeedback muss man sich aber davor hüten, nicht versehentlich ein Abo abzuschließen, weil man vergisst, die kostenlose Testphase zu kündigen. Die kostenlose Probewoche geht direkt in ein bezahltes Abo über.