Hostinger hat sich in den letzten Jahren von einem reinen Webhoster zu einer ernstzunehmenden All-in-One-E-Commerce-Lösung gemausert. Nach meiner Einschätzung ist das System eine spannende Adresse, vor allem für Einsteiger:innen, preisbewusste KMU, Selbstständige und alle, die sich mit ihrem Shop ein Nebeneinkommen zulegen wollen. Der Kern des Angebots ist der KI-Website-Builder, der den Aufbau deines Shops radikal vereinfacht. Anstatt mehrere Stunden oder Tage mit dem Design deiner Page zu verbringen, generiert die KI auf Basis deiner Shop-Beschreibung in Sekunden ein komplettes Grundgerüst, inklusive Layout, Texten und sogar Bildern. Auch neue Produkte, Produkttexte, Rabatte oder Gutscheine und vieles mehr klärt die KI für dich. Dazu gehören auch Auswertungen deiner Shop-Performance und Vorschläge für bessere Auffindbarkeit bei Suchmaschinen.
Die technische Basis ist top! Superschnelle LiteSpeed-Server und NVMe-Speicher sorgen für eine exzellente Performance, vor allem in dieser Preisklasse. Ebenfalls super sind die über 100 Zahlungsanbieter, die du flexibel mit deinem Shop verknüpfen kannst, von Stripe über PayPal bis hin zu Apple Pay, Google Pay und mehr. Transaktionsgebühren verlangt Hostinger nicht; so zahlst du lediglich die Gebühren der Zahlungsanbieter selbst, was Hostinger ggf. wirtschaftlicher macht, als Schwergewichte wie Shopify. Der Preis ist – vor allem für die erste Vertragslaufzeit – unschlagbar. Ab rund 3 € pro Monat geht es los; eine kostenlose Domain gibt es für das erste Jahr noch oben drauf. Bis zu 4 Jahre kannst du von diesen günstigen Einstiegspreisen profitieren.
Die Verlängerungspreise sind dann mit rund 13 €/Monat allerdings signifikant teurer. Wenn du von Anfang von monatlicher Kündigung und flexiblen Zahlungen profitieren willst, bezahlst du im Monatsabo sogar 15 €. Auch der Hostinger-Shop selbst hat Grenzen. Der Baukasten ist auf 1.000 Produkte limitiert; für größere Shops ein K.O.-Kriterium. Wer mehr braucht, muss auf das ebenfalls angebotene Managed WooCommerce umsteigen, das allerdings deutlich mehr Aufwand und Einarbeitungszeit erfordert. Ein kleiner Knackpunkt ist auch die Rechtssicherheit im DACH-Raum. Zwar sind die Server sicher und stehen in der EU (neben Deutschland z.B. in Frankreich und den Niederlanden) – Hostinger unterstützt dich allerdings nicht mit Rechtstexten wie AGBs, Impressum, Datenschutzerklärung und Co. Hier musst du selbst Hand anlegen oder externe Tools nutzen.
Ich halte Hostinger für eine hervorragende Einstiegslösung. Der Shop bietet vielleicht nicht die Größe und App-Vielfalt eines Marktführers, punktet dafür aber mit einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verthältnis und einer intuitiven Bedienung. Wer schnell einen modernen, schnellen Shop für physische oder digitale Produkte (oder Dienstleistungen) eröffnen will, sollte sich Hostinger genauer anschauen.