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Dienstag, 21 August 2018
8 Minuten Lesezeit

Interviews schreiben – So gestalten und führen Sie erfolgreich ein Interview

Daniela Sprung
Kommunikationsberaterin von trusted

Vorweg ein Zitat aus dem 19. Jahrhundert von einem polnisch-britischen Schriftsteller:

Das Ziel des Schreibens ist es, andere sehen zu machen.

Genau das sollte Ihr Interview erreichen: Ihren Gesprächspartner so sichtbar wie möglich zu machen, indem sie ihn mit Fragen führen. Kurzum: Seien Sie der Gastgeber in Ihrem Dialog.

Interviews gehören zu den interessantesten Content-Formaten. Im besten Fall erhalten Sie persönliche Einblicke in die Meinung des Interviewten. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Text nicht aus glatt geschliffenen Pressesätzen besteht, wie man sie von vielen Promis und Politikern kennt. Ein gutes Interview sorgt dafür, dass der publizierenden Plattform mehr Vertrauenswürdigkeit unterstellt wird.

Vor dem Gespräch: Die ideale Vorbereitung

Kein Interview ohne Vorbereitung. Daher hat trusted hier die wichtigsten Tipps für Sie parat, um Ihr Interview bereits vor dem eigentlichen Gesprächstermin zum Erfolg zu machen.

Die Recherche - Machen Sie Ihre Hausaufgaben!

Zuerst sollte klar sein, warum Sie dieses Interview mit genau dieser Person führen wollen. Was zeichnet diese Person aus? Ist sie prominent, Experte auf einem Gebiet, gerade wichtig zu einem Thema? Recherchieren Sie zur Person und den Inhalten. Bereits veröffentlichte Interviews können Ihnen helfen, Fragen zu erarbeiten und Fettnäpfchen zu vermeiden.

Der trusted-Tipp: Grenzen Sie Ihre Fragen ein, um wirklich relevante Informationen zu erhalten. Machen Sie sich einen Gesprächsleitfaden. Sie werden sehen, dass Sie schnell merken, ob Sie einen roten Faden haben oder mit Ihren Fragen zu sehr ausschweifen.

Nutzen Sie die Technik

Für die Vorbereitung (und die anschließende Nachbereitung) des Interviews empfiehlt trusted Ihnen, das Gespräch aufzuzeichnen. Dazu benötigen Sie allerdings die Einwilligung Ihres Gesprächspartners! Lassen Sie sich diese schriftlich geben oder nehmen Sie sie auf. In diesem Zusammenhang könnten Sie gleich einen Technikcheck machen. Prüfen Sie, ob alle Tools, die Sie einsetzten wollen, funktionieren. Nichts ist schlimmer als am Tag des Interviews festzustellen, dass die Technik doch nicht so einfach zu bedienen ist wie gedacht oder dass das Equipment nicht funktioniert.

Der trusted-Tipp: Sollten Sie ein telefonisches Interview über Ihr Smartphone führen, dann helfen Ihnen Apps wie IntCall für IOS und Call Recorder für Android weiter, um es aufzunehmen. Das erleichtert die Nachbearbeitung enorm und hilft, Aussagen konkret wiederzugeben beziehungsweise diese im Notfall zu belegen.

So gestalten Sie die Zeitplanung

Ebenso wichtig ist die Zeitplanung. Eine Faustformel lautet, dass ein Interview circa 30 Minuten dauert. Bereiten Sie entsprechend Ihre Fragen vor und haben Sie immer noch welche in der Hinterhand für den Fall, dass Sie schneller durchkommen als gedacht oder ihr Gesprächspartner einen schlechten Tag hat. Vielleicht kennen Sie das Interview des NDR in der Sendung DAS! mit Katja Riemann?

In dem Gespräch zeigt sich, wie schwierig es sein kann, ein Gespräch zu führen, wenn die Chemie nicht stimmt und der Interviewte die Mitarbeit verweigert.

Das Gespräch: So führen Sie das Interview

Ihr Gesprächspartner und Sie sind soweit? Sehr gut, dann kann es losgehen. Beachten Sie für das Gespräch nur diese einfachen Ratschläge:

Achten Sie auf den richtigen Einstieg

Der trusted-Tipp für den Einstieg: Beginnen Sie mit etwas Smalltalk und vermeiden Sie, dass der Gesprächspartner sich vorstellt. Das ist Ihre Aufgabe! Bereits in der Einführung müssen Sie ihrem Leser, Zuhörer oder Zuschauer klar machen, warum Sie zu Ihrem Thema mit dieser Person sprechen. Als Rezipient will man erfahren, warum man dieses Interview lesen, sehen oder hören sollte. Dazu gehört ein knackiger Teaser, Einführung in das Thema und die Vorstellung des Gesprächspartners. Alternativ können Sie auch eine Infobox mit aussagekräftigen Informationen zu der interviewten Person bereitstellen.

Moderieren Sie das Gespräch sinnvoll

Machen Sie sich Gedanken, wie lange das Interview dauern soll, und sprechen Sie das im Vorfeld mit Ihrem Gast ab. Behalten Sie während ihres Gesprächs die Zeit im Auge und scheuen Sie sich nicht, bei zu langen Antworten oder Monologen einzugreifen. Sie müssen dafür sorgen, dass a) Ihre Fragen beantwortet werden und b) die zeitliche Vorgabe einhalten. Nichts ist schlimmer, als wenn die Zeit vorbei ist und Ihre Fragen noch nicht beantwortet sind.

Haken Sie (bei Bedarf) schonungslos nach

Ein gutes Interview zeichnet sich durch einen interessanten Inhalt aus. Den bekommen Sie allerdings nur durch gute Fragen und die Bereitschaft des Gesprächspartners, seine Informationen zu teilen. Manchmal ist gerade letzteres ein Problem, wenn dieser sich sehr kurz hält oder einen schlechten Tag hat. Indem Sie offene Fragen stellen, auch W-Fragen genannt, geben Sie ihrem Interviewpartner die Möglichkeit, ausführlich zu erzählen. Allerdings birgt dies auch die Gefahr, dass ihr Gesprächspartner ins Plaudern kommt und nicht auf den Punkt. Dennoch ist es eine Chance für Sie, gute O-Töne (Aussagen) zu erhalten sowie möglichst viel Input für Ihr Gespräch und Stoff für die Nachbereitung. Wünschenswert sind Aussagen, die auf den Punkt kommen. Nicht immer ist das der Fall, wenn Ihr Gesprächspartner dazu neigt weit auszuholen oder zum plaudern neigt.

Zu den W-Fragen gehören zum Beispiel “warum”, “wie”, “was”, “welche”, oder “wozu”.

5 Profi-Tipps für angehende Interviewer

  1. Bereiten Sie sich so gut wie möglich vor.

    Ist das nicht möglich, dann ruhig bleiben und prüfen, was in der Kürze der Zeit zu schaffen ist.

  2. Sorgen Sie für gute Stimmung.

    Stellen Sie im Vorfeld eine Beziehung her. Beispielsweise, indem Sie ein Vorgespräch zum Interview führen. Am besten telefonisch statt per Mail. Das ist persönlicher, und so ergibt sich vielleicht weiteres Fragenmaterial.

  3. Seien Sie strukturiert, aber flexibel.

    Ihre Fragen bilden den Rahmen Ihres Gesprächs. Sollten sich im Interview weitere interessante Fragen ergeben, dann nehmen Sie sie auf. Unter Umständen können Sie so zusätzlichen Input generieren, der Ihren Lesern weiteren Mehrwert bietet.

  4. Hören Sie aktiv zu.

    Sie kennen das sicherlich selbst. Ein kurzes Nicken oder Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber und Sie merken, ob Ihnen jemand zuhört. Als Interviewer ist es Ihre Aufgabe zuhören, um eventuell gezielte Nachfragen stellen zu können oder Unklares zu klären. Hilfreich ist es, wenn Sie das Gesagte noch einmal kurz zusammenfassen. Das schärft Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Gesprächspartner weiß, dass Sie aufmerksam waren.

  5. Bleiben Sie sie selbst.

    Natürlich ist Freundlichkeit eine Selbstverständlichkeit, und in Konflikten sollten Sie sachlich bleiben. Sollte sich Ihr Gegenüber aber unverschämt verhalten, dann dürfen Sie das Gespräch auch beenden. Dazu gehört für mich beispielsweise, sich einem Gespräch zu verweigern und nicht vernünftig zu antworten. Das kostet Sie nur Zeit und Nerven.

Klassische Interview-Fehler, die Sie vermeiden sollten

  1. Sich nicht mit dem Gesprächspartner und dem Thema auseinandersetzen:

    Ja, es kann manchmal sein, dass Sie keine oder nur wenig Zeit für eine Vorbereitung hatten. Versuchen Sie, zumindest einmal Google anzuschmeißen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Vielleicht haben Sie auch jemanden, der Ihnen eine Art Management Summary zusammenstellen kann. Dann haben Sie die wichtigsten Informationen zur Person auf einer knappen halben DINA4- Seite.

  2. Unstrukturierte Fragen:

    Versuchen Sie, einen roten Faden zu entwickeln und Ihre Frage entsprechend aufeinander aufzubauen. Stellen Sie offene Fragen und vermeiden Sie geschlossene. Wenn sich im Gespräch zeigt, dass Sie gut miteinander reden können und sich die Informationen praktisch von alleine ergeben, brauchen Sie nur darauf zu achten, dass sie nicht zu lange plaudern. Wichtig ist, dass Sie auf Ihre wichtigsten Fragen Antworten erhalten.

  3. Mehrere Fragen auf einmal stellen:

    Versuchen Sie, jede Ihrer Fragen einzeln zu stellen, sodass ihr Gegenüber die Gelegenheit hat, darauf zu antworten. Oftmals stecken in einer Frage mehrere Fragen. Beispielsweise: „Wie nehmen Sie Ihren Aufgabenbereich wahr? Sehen Sie sich eher als MacherIn oder delegieren Sie lieber? Wie sind Sie eigentlich ins Unternehmen gekommen?“ Sie sehen, worauf ich hinaus will? Indem Sie Ihrem Gesprächspartner Zeit lassen zu antworten, haben Sie parallel die Möglichkeit, im Anschluss auf interessante Aspekte näher einzugehen oder sogar eine völlig neue Frage zu stellen, die ihr Interview noch hervorragend ergänzen würde.

Fazit

Das Format Interview ist nicht nur spannend, sondern sehr bereichernd für die Leser. Die Voraussetzung: Es ist gut gemacht. Aber auch hier gilt, Übung macht den Meister. Ein gutes Interview gibt neue Einblicke, verdeutlicht Meinungen und liefert Statements, die oftmals einen enormen Mehrwert haben. Es bietet beiden Seiten Reputation und zeigt, inwieweit Sie sich mit der Materie Ihres Themas aus dem Interview auskennen. Im Grunde können Sie mit einem Interview nur gewinnen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg!

Interview schreiben - Checkliste

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Nachbereitung

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