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Freitag, 15 Juni 2018
5 Minuten Lesezeit

Deutschland, deine Gründer - Der trusted Gründungscheck 2018

Maximilian Reichlin
Redaktionsleiter von trusted

Die Anzahl der Neugründungen in Deutschland ging von 2016 auf 2017 leicht zurück. Nur wenige der 20 größten deutschen Städte konnten ein Plus verzeichnen, beispielsweise Berlin und Hamburg. Die Gründe dafür erfahren Sie hier. trusted wirft einen Blick auf die aktuelle Gründungssituation in Deutschland, vergleicht die Kosten für Neugründungen in den einzelnen Städten und geht der Frage nach, welchen Einfluss der Beschäftigungsgrad auf potentielle Gründer hat.

    Berlin, Stadt der Gründer: Die Hauptstadt ist für Gewerbeanmeldungen am attraktivsten

    Die Kosten für eine Gewerbegründung sind in Deutschland von Bundesland zu Bundesland und von Stadt zu Stadt verschieden. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Anmeldekosten, die Gründer beim jeweiligen Gewerbeamt zu entrichten haben, sowie an den Gewerbesteuerhebesätzen, die von den Gemeinden festgelegt werden. Es stellt sich die Frage, wo das Gründen in Deutschland am günstigsten, wo am teuersten ist. trusted hat nachgeforscht:

    Anmeldekosten Gewerbeamt und Gewerbesteuerhebesatz je Stadt

    StadtGewerbeanmeldung Kosten min in €Gewerbeanmeldung Kosten max in €Gewerbesteuerhebesatz in %
    Leipzig*1065460
    Berlin**1531410
    Hamburg2020470
    Köln2020475
    Düsseldorf2020440
    Essen2020480
    Duisburg2020520
    Bochum2020495
    Wuppertal2020490
    Bielefeld2020480
    Bonn2020490
    Münster2020460
    Dortmund***2331485
    Frankfurt a. Main****25,525,5460
    Dresden***3040450
    Bremen3232460
    Hannover***3333480
    Nürnberg***4550447
    München***4750490
    Stuttgart52,552,5420
    Durchschnitt28,5529,70468,1

    Stand: April 2018; Quelle: Gewerbeämter der Städte

    * “richtet sich nach dem Umfang der Gewerbeanzeige”; Gewerbeamt Leipzig
    ** 15,00 € (online), 26,00 € (vor Ort; Personengesellschaft), 31,00 € (vor Ort, Kapitalgesellschaft)
    *** abhängig von der Gesellschaftsform; Personengesellschaft/Kapitalgesellschaft
    **** zzgl. 7,50 € für die Empfangsbestätigung
    Der Gewerbesteuerhebesatz

    Der sogenannte Gewerbesteuerhebesatz dient zur Berechnung der Gewerbesteuerlast. Er wird jedes Jahr im kommunalen Haushalt festgelegt und daher von jeder Gemeinde selbst bestimmt. Zur Berechnung der Steuerlast wird der Hebesatz mit dem Steuermessbetrag multipliziert. Interessant: Um Steueroasen für Gewerbetreibende zu vermeiden, darf seit 2004 keine Gemeinde einen Hebesatz unter 200% ansetzen.

    Es zeigt sich: Die günstigsten Städte für Gründer sind Leipzig und Berlin, wobei in Leipzig die Kosten für die Anmeldung zwischen 10 und 65 Euro liegen, je nach “Umfang der Gewerbeanzeige”, wie das Gewerbeamt mitteilt. Somit ist Leipzig sowohl die günstigste, als auch die teuerste Stadt im Vergleich. In Berlin dagegen gilt ein Fixpreis von 15 Euro für die komfortable Online-Anmeldung. Damit liegt die Hauptstadt fast 50 Prozent unter dem deutschlandweiten Durchschnitt. Auch der Gewerbesteuerhebesatz ist hier wesentlich kleiner, als im Rest der Republik.

    Aber auch andere deutsche Städter sind gründerfreundlich: Mit je 20 Euro sind auch Hamburg, Köln, Düsseldorf, Essen, Bochum, Wuppertal, Bielefeld, Bonn und Münster nicht allzu teuer. Verlierer des Vergleichs - zumindest aus Gründersicht - ist Duisburg. Nicht aufgrund der hohen Anmeldekosten, sondern aufgrund des Spitzengewerbesteuerhebesatzes von 520 Prozent.

    Bequeme Online-Anmeldung nur in wenigen Städten

    Besonders komfortabel ist die Online-Anmeldung, die einige Städte anbieten. Hier entfällt der Gang zum Gewerbeamt komplett und teilweise ist die Online-Anmeldung sogar günstiger, als die Gründung vor Ort. So etwa in Berlin: Melden Sie online an, bezahlen Sie nur 15 Euro Gebühren - vor Ort dagegen bis zu 31 Euro. Weitere Städte mit Online-Anmeldung sind Hamburg, Frankfurt a. Main, Essen, Bremen, Dresden und Wuppertal. Das Gewerbeamt von letzterer bietet die Anmeldung per Email an.

    Neugründungen insgesamt rückläufig

    Vor allem Berlin und Hamburg scheinen von den niedrigen Kosten zu profitieren. Obwohl in Deutschland insgesamt rückläufig, stieg die Zahl der Neugründungen in beiden Städten im Jahr 2017 an. An Berlin dürfte aus Kostensicht vor allem der niedrige GewSt-Hebesatz für Gründer attraktiv wirken, denn: Je kleiner der Satz, umso niedriger die jährliche Gewerbesteuer.

    Gewerbeanmeldungen 2016/2017 je Stadt (Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern)

    StadtGewerbeanmeldungen 2016*Gewerbeanmeldungen 2017*Einwohner (Stand: 31.12.2016)
    Berlin42.44344.8393.574.830
    Hamburg19.79820.1051.810.438
    München17.699n.a.1.464.301
    Köln11.835n.a.1.075.935
    Frankfurt a. Main8.308n.a.736.414
    Stuttgart5.313n.a.628.032
    Düsseldorf7.389n.a.613.230
    Dortmund4.060n.a.585.813
    Essen5.5325.446583.084
    Leipzig5.7625.409571.088
    Bremen4.4414.318565.719
    Dresden4.6434.268547.172
    Hannover4.221n.a.532.864
    Nürnberg4.665n.a.511.628
    Deutschland685.373676.97782,52 Mio

    Stand: April 2018; Quelle: Verschiedene statistische Dienste der Städte

    * ohne Automatenaufsteller und Reisegewerbe

    Auf Bundesländer-Ebene können - außer Berlin und Hamburg - nur Sachsen-Anhalt und Thüringen ein leichtes Plus für sich verbuchen. In allen anderen Ländern ging die Zahl der Neugründungen im vergangenen Jahr zurück.

    Gewerbeanmeldungen je Bundesland

    BundeslandGewerbeanmeldungen 2016Gewerbeanmeldungen 2017
    Baden-Württemberg88.46186.322
    Bayern115.825115.187
    Berlin42.44344.839
    Brandenburg17.08017.049
    Bremen4.4414.318
    Hamburg19.79820.105
    Hessen61.89060.253
    Mecklenburg-Vorpommern10.1529.700
    Niedersachsen57.24757.968
    Nordrhein-Westfalen150.862147.911
    Rheinland-Pfalz33.12431.658
    Saarland6.7216.531
    Sachsen28.17727.095
    Sachsen-Anhalt11.56211.268
    Schleswig-Holstein25.68325.561
    Thüringen12.15411.212

    Stand: April 2018; Quelle: destatis

    Die Rückläufigkeit der Neugründungen betrifft vor allem klassische Wirtschaftszweige. So mussten beispielsweise das Baugewerbe mit rund 4.000, Wirtschaftliche Dienstleistungen mit rund 3.000 sowie Freiberufler mit rund 2.000 Gründungen pro Jahr die meisten Einbußen hinnehmen. Das Grundstücks- und Wohnungswesen dagegen konnte um 500 Neugründungen aufstocken.

    Gewerbeanmeldungen nach Wirtschaftszweigen

    WirtschaftszweigGewerbeanmeldungen 2016Gewerbeanmeldungen 2017
    Baugewerbe88.71484.946
    Handel; KFZ-Instandhaltung153.504152.448
    Gastronomie52.61751.587
    Immobilienmarkt18.11818.602
    Freiberufliche Tätigkeit73.64271.729
    Wirtschaftliche Dienstleistungen82.60479.054
    Sonstige Dienstleistungen65.17964.528
    Übrige Wirtschaftszweige150.995153.083

    Stand: April 2018; Quelle: destatis

    Ausschlaggebend für die rückläufigen Gründungszahlen dürfte, so eine Untersuchung der Kfw Bankengruppe, die gute Verfassung des deutschen Arbeitsmarktes sein. Der hohe Beschäftigungsgrad sowie die niedrige Erwerbslosenquote halten demnach potentielle Gründer von ihrem Vorhaben ab.

    Gründe für’s Gründen

    Gründen aus der Not heraus

    Von einer sogenannten Notgründung spricht man, wenn die Gewerbeanmeldung in Folge einer Entlassung oder einer längeren fruchtlosen Arbeitssuche geschieht - als eine Art “letzter Ausweg” vor der Langzeitarbeitslosigkeit.

    Ein weiterer Trend: Gründer werden immer jünger. Laut einer Erhebung des Deutschen Startup Monitors ging die Zahl der Gründer über 45 von 2016 auf 2017 zurück - um 3,7 Prozent - während die Zahl der Gründer unter 34 beinahe um denselben Prozentsatz anstieg. Die “jungen Wilden” treibt vor allem der Wunsch nach Selbstständigkeit und unternehmerische Freiheit. Eine Erhebung der Uni Trier identifiziert diese beiden Triebfedern mit jeweils über 60 Prozent zu den wichtigsten Gründen für eine Gewerbeanmeldung. Dagegen sinkt die Zahl der Notgründungen erfreulicherweise ab.

    Gründungen nach Alter

    AlterGründungen 2016 in %Gründungen 2017 in %
    18 - 24 Jahre5,006,00
    25 - 34 Jahre45,6048,00
    35 - 44 Jahre29,7029,90
    45 - 54 Jahre15,2012,00
    55+ Jahre4,504,00

    Stand: April 2018; Quelle: Deutscher Startup Monitor

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