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Freitag, 12 Oktober 2018
8 Minuten Lesezeit

VPN, TOR oder Proxy - Was schützt Sie wirklich?

Annemarie Cornus
Redakteurin von trusted

VPN, TOR, Proxy - drei Möglichkeiten, anonym im Web zu surfen. Doch jede dieser drei Technologien funktioniert anders. Und bietet unterschiedlichen Schutz. Die Dienste ermöglichen es Ihnen, auf digitale Inhalte zuzugreifen, während Sie die IP-Adresse Ihres Computers verdecken - und somit Ihre digitale Identität geheim halten. Aber sie unterscheiden sich definitiv voneinander: Nicht jede dieser drei Optionen ist einfach zu bedienen. Und nicht jede bietet 100-prozentigen Schutz. Welcher Technologie Sie in welchem Anwendungsfall vertrauen können und wie sich VPN, TOR und Proxy voneinander unterscheiden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

    VPN, TOR und Proxy - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

    VPN

    Ein VPN (Virtual Private Network) ist eine der sichersten Methoden, seine digitalen Datenströme sowie die eigene Identität zu verschlüsseln. Eine gesicherte Verbindung in einem VPN-Tunnel aufzubauen gelingt ganz einfach durch die Nutzung eines benutzerfreundlichen VPN-Programms eines zuverlässigen Anbieters. Welche Anbieter vertrauenswürdig sind, erfahren Sie im trusted-Vergleich der beliebtesten VPN-Dienste.

    Ein VPN verwendet Verschlüsselung und andere Sicherheitsmechanismen, um sicherzustellen, dass Ihre digitalen Daten beim Surfen im Internet nicht abgefangen werden können. Dieser Netzwerktyp baut einen sicheren, verschlüsselten Tunnel auf, in dem die Daten sicher zwischen dem User und seiner Zielwebsite übertragen werden.

    Sobald Sie einen VPN-Anbieter ausgewählt und ein Konto eingerichtet haben, können Sie jedes Mal, wenn Sie online gehen, eine gesicherte Verbindung über einen VPN-Server aufbauen. Hierzu genügt in der Regel ein Klick.

    Der große Vorteil an der Nutzung eines VPN ist: Das Surferlebnis verändert sich nicht. Es ist alles wie immer. Allerdings kann die Internetgeschwindigkeit etwas nachlassen - das ist aber stark vom VPN-Anbieter abhängig.

    • Vorteile
    • Ihre IP-Adresse kann nicht nachvollzogen werden
    • Der VPN-Tunnel bietet eine sichere Verbindung
    • Die Einrichtung und Nutzung der meisten VPNs ist sehr einfach
    • Nachteile
    • Gute VPNs (keine Aufzeichnung der Daten, schnelle Internetverbindung) sind im Regelfall kostenpflichtig
    • Die Internetgeschwindigkeit kann sich bei Nutzung eines VPNs verlangsamen

    TOR

    TOR sorgt - ähnlich wie ein VPN - für eine verschlüsselte Verbindung. Es handelt sich hierbei um einen kostenfreien Browser, der 2002 als Open-Source-Technologie auf den Markt kam (und auch heute noch kostenfrei ist).

    Der TOR-Browser ist ein Webbrowser, der für anonymes Surfen im Internet entwickelt wurde. Obwohl TOR oft mit dem Darknet und kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht wird, wird der Browser hauptsächlich von Strafverfolgungsbehörden, Reportern, Aktivisten, Whistleblowern, aber auch von privaten Anwendern, genutzt.

    Um gesichert mit TOR zu surfen, müssen Sie sich zunächst den Browser herunterladen und dann eine Verbindung zum TOR-Netzwerk aufbauen. Doch wie wird hier nun die Datensicherheit und Anonymität gewährleistet? TOR schützt seine User, indem ihre Internetaktivität über mehrere TOR-Server auf der ganzen Welt geleitet wird. Diese zufällig entstehende Verbindungskette macht es für Dritte nahezu unmöglich, die Aktivitäten auf einen einzelnen Rechner dieser Kette zurückzuverfolgen.

    Doch Vorsicht: Das Senden der Daten über mehrere Server ist die einzige Sicherheitsmaßnahme, die durch TOR ergriffen wird. Auf einigen Websites innerhalb des “Darknets” (wie TOR oft bezeichnet wird), können Sie Ihren Rechner ungewollt mit Malware infizieren.

    • Vorteile
    • Kostenfreie Open-Source-Lösung
    • Sehr sicher, da unter anderem von der US-Navy mitentwickelt
    • Hilft Geoblocking zu umgehen
    • Anonymisiert die Identität seiner Nutzer
    • Nachteile
    • Dem FBI sind bereits Hacks des Systems gelungen
    • TOR haftet ein schlechter Ruf an, da im Darknet viele kriminelle Geschäfte abgewickelt werden (Drogenhandel etc.)

    Proxy

    Ein Proxy ist ein Online-Dienst, mit dem Sie eine Website besuchen können, ohne dass dabei Ihre tatsächliche IP-Adresse sichtbar ist. Die elektronische Identität Ihres Computers ist somit geschützt. Das Wort "Proxy" steht für “Ersatz”: Ein Proxy ersetzt Ihre IP-Adresse durch eine andere.

    Ein Proxy-Server fungiert als Vermittler für Anfragen von Clients, die auf Ressourcen von anderen Servern zugreifen möchten. Ein Client stellt eine Verbindung mit dem Proxy-Server her und fordert eine digitale Ressource - wie eine Datei oder eine Webseite - von einem anderen Server an. Bei diesem Vorgang sorgt der Proxy-Server dafür, dass die echte IP des Users unentdeckt bleibt.

    Mit einem Proxy können Sie zwar problemlos Ihre echte IP verstecken. Eine Verschlüsselung des Datenstroms findet allerdings nicht statt. Ein Proxy-Server macht also nicht anderes, als Ihre Anfragen unter einer anderen IP-Adresse weiterzuleiten.

    Für anonymes, sicheres Surfen ist ein Proxy also unbrauchbar. Allerdings lässt sich mit dieser Technologie die geographische Beschränkung digitaler Inhalte umgehen.

    • Vorteile
    • Ihre Identität wird geschützt
    • Es gibt keine Einbußen der Surfgeschwindigkeit
    • Nachteile
    • Schwer einzurichten
    • Es findet keine Verschlüsselung des Datenstroms statt

    Warum brauche ich VPN, TOR oder Proxy?

    Kurz gesagt: Um Ihre Identität beim Surfen im World Wide Web zu schützen. Diesem Anspruch wird jede der drei Technologien gerecht - allerdings auf verschiedenen Wegen.

    Während ein VPN Ihren Datenstrom verschlüsselt, in dem dieser durch einen Tunnel geschickt wird, und zugleich einen anderen Server für Sie bereitstellt, sorgt ein Proxy lediglich dafür, dass Ihre echte IP verschleiert wird. Das TOR-Netzwerk setzt dagegen auf das Senden Ihrer Daten über mehrere (mindestens drei) Server. Auf diese Weise soll das Tracking durch Dritte unmöglich gemacht werden.

    Warum Sie also VPN, TOR oder Proxy brauchen, hängt ganz von Ihren Bedürfnissen ab. Diese können sein:

    Geoblocking umgehen

    Der Zugriff auf manche digitalen Inhalte ist regional beschränkt. Ein gutes Beispiel ist der Streaming-Anbieter Netflix. Während man in den USA auf das gesamte Angebot des Anbieters zugreifen kann, ist die Auswahl an Filmen und Serien in Deutschland deutlich schlanker. Wer also den Zugriff auf das gesamte Netflix-Angebot haben möchte, muss seinen Standort in den USA simulieren. Das geht sowohl mit einem VPN, dem TOR-Netzwerk als auch mit einem Proxy.

    Mit einem VPN ist die Simulation eines anderen Standorts ganz einfach möglich. Je nach Anbieter wählen Sie Ihren gewünschten Server-Standort aus einer Liste oder auf einer Weltkarte aus. Für den Fall, dass Sie etwa den vollen Zugriff auf die Netflix-Inhalte genießen möchten, empfiehlt sich die Wahl eines Servers in den USA.

    Anonymes Surfen

    Die eigene IP ist mit einer Wohnort-Adresse vergleichbar. Nahezu jeder kann Sie über Ihre IP ausfindig machen. Denn: Sie gibt mehr über den User Preis, als man zunächst vermuten mag. So lassen sich anhand Ihrer IP mit einer entsprechenden Suchdatenbank Ihr Name, Ihre Telefonnummer sowie Ihre Adresse ausfindig machen. Wenn das fehlschlägt, ist es zumindest möglich, Ihren Standort herauszufinden (Wie genau der Standort getrackt werden kann, ist unterschiedlich. In einigen Fällen lassen sich das Land, in anderen Fällen die Stadt des Users ermitteln). Und das Schlimmste: Auch Ihre Online-Aktivitäten, die Sie unter der IP-Adresse durchgeführt haben, sind auslesbar. Etwa, auf welchen Websites Sie unterwegs waren oder welche Dateien Sie geteilt haben.

    Ob Sie nun ein VPN, TOR oder einen Proxy verwenden, ist egal. Alle drei Methoden verschlüsseln Ihre IP und machen so anonymes Surfen möglich.

    Datenstrom verschlüsseln

    Nicht nur die eigene IP is schützenswert. Auch der Datenstrom sollte vor den Blicken von Cyberkriminellen und unbefugten Dritten geschützt werden. Etwa, wann Sie sich in einem öffentlichen WLAN aufhalten und mit Ihrem Online Banking Account Transaktionen durchführen. Oder sich in Ihr Konto bei Amazon einloggen. Ohne eine verschlüsselte Verbindung kann (theoretisch) jeder Ihre Login-Daten, TANs und vieles mehr abfangen.

    Mit einem VPN oder bei Nutzung des TOR-Netzwerks werden all Ihre Daten verschlüsselt übertragen. Wenn Sie also in einem öffentlichen WLAN unterwegs sind, ergibt es durchaus Sinn, eine dieser beiden Technologien zu nutzen. Im Kampf VPN vs. Proxy oder Proxy vs. TOR geht Proxy in Sachen Verschlüsselung als klarer Verlierer hervor.

    Ein Proxy schützt Ihre Daten nicht. Zwar anonymisiert die Kommunikationsschnittstelle Ihre Identität. Eine Datenverschlüsselung findet jedoch nicht statt.

    VPN, Tor, Proxy - Was schützt Sie am besten?

    Ob VPN, TOR oder Proxy - jede dieser Verbindungen hat etwas, das für oder gegen sie spricht. Dennoch ist ein VPN wohl eine der zuverlässigsten Technologien, wenn es um die Sicherheit Ihrer Daten geht. Dieses Netzwerk vereint die Vorteile eines Proxys mit den Vorzügen von TOR: Nämlich eine gute Internetgeschwindigkeit (in Abhängigkeit des VPN-Anbieters) mit sicherer Datenverschlüsselung. Letzteres ist die große Schwäche des TOR-Browsers; nutzen Sie ihn, müssen Sie dabei massive Breitbandbeschränkungen in Kauf nehmen. Streaming ist damit nur schlecht bis überhaupt nicht möglich.

    Und was ist nun mit dem Proxy? Wer wirklich sicher und anonym surfen möchte, ist mit diesem Rechnernetz schlecht beraten. Wer Geoblocking ohne Einbußen bei der Surfgeschwindigkeit umgehen will, für den ist ein Proxy sehr gut geeignet.

    Fazit

    Von all den Möglichkeiten, Ihre Identität, Ihre Daten und Ihren Computer online zu schützen, ist ein Proxy vermutlich die schlechteste Wahl für den typischen Computerbenutzer. Ebenso wie TOR. Beide Lösungen sind nicht einfach zu installieren bzw. zu konfigurieren und können im Fall eines Proxys nicht einmal den Datenstrom verschlüsseln. TOR ist da deutlich zuverlässiger. Seit dem Bekanntwerden der FBI Hacks ist das Netzwerk allerdings auch nicht mehr zu 100% sicher.

    Ein persönlicher VPN-Account bei einem guten Provider - und davon gibt es Einige - wird überall sowie jederzeit funktionieren und bietet das beste Schutzniveau. Und das sowohl zu Hause als auch unterwegs. Die klare Empfehlung der trusted-Redaktion lautet also: Schützen Sie sich mit einem VPN eines seriösen Anbieters und Sie sind auf der sicheren Seite.

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