Videobearbeitungsprogramme im Vergleich

Die 5 besten Videobearbeitungsprogramm Anbieter im Test 2017

Videos bearbeiten und schneiden wie ein Profi. Mit den von uns getesteten Videobearbeitungsprogrammen ist das möglich. Je nach Know-How und Budget stellen wir Ihnen die perfekte Lösung vor.

Oliver Verhovnik
Die besten Videobearbeitungsprogramme im Vergleich
Von Oliver Verhovnik
Adobe Premiere Pro CC Test

Adobe Premiere Pro CC Test

  1. Absolutes Profiwerzeug
  2. Kompatible Exportformate
  3. Rießiger Funktionsumfang
  1. Nur im Abo erhältlich
  2. Relativ teuer
sehr gut (92%)
Im Test (03/2016)
Preis ab
23,79 €
pro Monat
CyberLink PowerDirector Test

CyberLink PowerDirector Test

  1. Einsteigerfreundlich
  2. Sehr gute Vorlagen
  3. Cloudanbindung
  1. Probleme mit NVidia-Treibern
  2. Keine automatische Einstellungs-Anpassung
sehr gut (92%)
Im Test (03/2016)
Preis ab
94,99 €
pro Lizenz
Magix Video Deluxe 2016 Premium Test

Magix Video Deluxe 2016 Premium Test

  1. Viele Effekte
  2. Multicam Unterstützung
  3. Arbeitsfläche komplett anpassbar
  1. MPEG4 Codec muss separat erworben werden
  2. Keine Suchfunktion für Effekte
sehr gut (85%)
Im Test (03/2016)
Preis ab
129,99 €
einmalig / Lizenz
Sony Vegas Pro 13 Test

Sony Vegas Pro 13 Test

  1. Professionelle Bearbeitungsmöglichkeiten
  2. Kompatible Exportformate
  3. Komplett individualisierbar
  1. Sehr teuer
  2. Intransparente Preispolitik
gut (83%)
Im Test (03/2016)
Preis ab
275,00 €
einmalig / Lizenz
Corel Video Studio Ultimate X8 Test

Corel Video Studio Ultimate X8 Test

  1. Einsteigerfreundlich
  2. Expressvorlagen
  3. Integriertes Screencapture
  1. Testversion äußerst instabil
  2. Testversion kaum bedienbar
gut (77%)
Im Test (03/2016)
Preis ab
69,99 €
einmalig / Lizenz

Arten der “Videobearbeitung”

Die Bezeichnung Videobearbeitungsprogramm resultiert aus einem Trend der letzten Jahre, mehrere Schritte der Produktion zu vermischen. Die “Bearbeitung” umfasst eigentlich den Schnitt des Rohmaterials und das daran anschließende Videocomposing. Da die Schnittprogramme aber immer umfangreicher und leistungsfähiger geworden sind und häufig bereits über Composing-Elemente verfügen, hat sich zusätzlich die Bezeichnung des Videobearbeitungsprogramms etabliert. Auch viele der von uns getesteten Programme besitzen einen Composing-Bereich und/oder bieten direkte Interaktion mir reinen Composing Programmen an. Im Folgenden soll kurz auf zwei Kernbegriffe der “Videobearbeitung” eingegangen werden.

Videoschnitt

Erstens das bloße Schneiden und Aneinanderreihen des Materials in filmchronologischer Reihenfolge. Bei diesem Prozess unterteilt der “Cutter”, oder im Fall unserer Testkandidaten Sie, das Quellmaterial in Einzelteile. Herausgepickt werden hierbei die am besten gelungenen Aufnahmen. Diese einzelnen Clips werden nun in der für den Film richtigen Reihenfolge angeordnet. Am Ende des Schnittvorgangs steht also der fertige Film in Rohform, da Übergänge und Spezialeffekte ja noch fehlen.

Videocomposing

Zweitens, das Videocomposing, englisch für Zusammensetzung bzw. Mischung, folgt als nächster Bearbeitungsschritt. In diesem wird das geschnittene Material mit visuellen Effekten versehen.Hierunter fallen einfache Clip-Überblendungen aber auch anspruchsvollere Trickeffekte wie beispielsweise das “Chroma Keying”, besser bekannt als der Green/Bluescreen Effekt. Hierbei wird eine Person vor einem einfarbigen Hintergrund aufgenommen. Diese Hintergrundfarbe entfernen Sie im Composingprozess, so dass nur noch die handelnde Person vor transparentem Hintergrund übrigbleibt. Dieser Clip wird dann wiederum über einen anderen Videoclip gelegt werden, womit die handelnde Person auf einen neuen Hintergrund projiziert und der Zuschauer “getäuscht” wird.

Unterschiedliche Preismodelle bei den Anbietern

Die von uns getesteten Kandidaten sind teilweise als eigenständige Software mit lebenslänglicher Lizenz oder im Abomodell beziehbar.

Eigenständige Software

Bei eigenständiger Software handelt es sich um ein Programm, für das Sie einmal zahlen und es dann unbegrenzt nutzen. Dieses System hat den Vorteil, dass Sie sich keinerlei Gedanken um Folgekosten machen müssen. Updates erhalten Sie dann meist aber nur, solange Ihre erworbene Version die neueste ist. Erwerben Sie also die Programmversion 2016, so können Sie mit Updates bis zum Erscheinen der Version 2017 rechnen. Aber auch wenn Ihre Software dann nicht mehr die aktuellste Version ist, können Sie sie selbstverständlich weiterverwenden. Die Entscheidung für ein kostenpflichtiges Upgrade liegt ohne jegliche Verpflichtung bei Ihnen. Wir haben deshalb die Vermarktung als eigenständige Software im Test etwas besser bewertet als diejenige über ein Abomodell.

Abomodell

Im Gegensatz zum Erwerb als eigenständige Software können Sie einige Kandidaten aus unserem Test auch im Abomodell beziehen. Dann zahlen Sie entweder monatlich oder jährlich einen gewissen Betrag und können die Software in dieser Zeit nutzen und erhalten stets alle Updates.

Die wichtigsten Merkmale

Die wichtigsten Merkmale der Videobearbeitungsprogramme sind im Wesentlichen bei allen Kandidaten ähnlich. Unterschiede gibt es vor allem bei kleinen Details und den Bezeichnungen. Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Kernbestandteile eines Videobearbeitungsprogramms.

Die Benutzeroberfläche

Wichtig bei der Bedienung eines Programms ist immer die Benutzeroberfläche. Diese kann je nach Hersteller optisch etwas anders gestaltet sein, folgende Elemente sind allerdings (fast) immer vorhanden:

Zentrale Programmbereiche

Medienmanager - Der Importbereich für Ihre Videos

Typischerweise findet sich bei Videobearbeitungssoftware stets ein Programmbereich, der für den Import Ihres Videomaterials zuständig ist. Meist fügen Sie Ihre Clips hier ganz einfach per Drag & Drop hinzu, oder verwenden die programminterne Exploreransicht.

Timeline - Hier wird geschnitten

Die nächste zentrale Anlaufstelle ist die Timeline, oder zu deutsch die Zeitleiste. (Alternative Bezeichnung auch “Schnittfenster”) Sind Ihre Clips durch den Import im Medienmanager im Programm verfügbar, positionieren Sie diese beliebig auf der Zeitleiste. Hier erfolgt nun auch der eigentliche Schnitt, bei dem Sie die das gewünschte vom nichtbenötigten Material trennen. Die Zeitleiste verfügt dabei über mehrere Video- und Audiospuren, die in Ebenen angeordnet sind. Somit lassen sich mehrere Videospuren übereinander legen und auch mit verschiedenen Tonaufnahmen, beispielsweise Hintergrundmusik und gesprochenen Kommentaren, kombinieren.

Vorschaumonitor

Eigentlich keiner Erklärung bedürftig, aber der Vollständigkeit halber dennoch genannt: Der Vorschaumonitor. Wie der Name schon sagt, können Sie sich hier eine Vorschau Ihres Materials anzeigen lassen. Mithilfe der Vorschau und den darunter befindlichen Bedienelementen positionieren sie den “Schnitt-Cursor”, oder die “Rasierklinge” (So in Premiere Pro genannt) framegenau.

<<Bild>> Die Timeline (Schnittfenster) und der Vorschaumonitor in Adobe Premiere Pro

Anpassbarkeit und Individualisierung

Wichtig bei einem guten Schnitt- bzw. Videobearbeitungsprogramm ist auch dessenFähigkeit zur Anpassung. Denn ein zügiger Workflow entsteht vor allem, wenn Sie die Software individuell einstellen. Darunter fallen beispielsweise die freie Positionierung von Programmfenstern und Bedienelementen oder die Auslagerung des Vorschaumonitors auf einen zweiten Bildschirm. Ebenfalls sehr wichtig und auch zu diesem Punkt zugehörig, sind Shortcuts. Bei diesen handelt es sich um Tastaturkürzel, mit deren Hilfe Aktionen schneller ausgeführt werden. Nahezu alle Befehle in Schnittprogrammen, z.B. das Trennen von Clips, oder die Aufnahme eines Audiokommentars, besitzen Tastaturkürzel. Durch die Möglichkeit diese auf Ihre eigenen Vorlieben anzupassen, erhöhen Sie Ihre Effektivität enorm. Ganz besonders nützlich ist die von einigen Kandidaten angebotene Funktion, ganze Shortcutprofile zu speichern oder zu importieren. Umsteiger von einem Programm zum anderen müssen somit nicht komplett umlernen und finden sich durch die vertrauten Tastaturkürzel deutlich schneller zurecht.

Grundfunktionen

Da die Vielfalt der verschiedenen Funktionen eines Videobearbeitungsprogramms sehr hoch ist und sich von Programm zu Programm unterscheidet, verbietet sich an dieser Stelle eine bloße Auflistung zahlreicher Begriffe. Vielmehr soll ein Überblick über die Kernfunktionen gegeben werden, über die jedes ordentliche Schnittprogramm verfügen sollte. Einzelheiten und Details erfahren Sie in den jeweiligen Testberichten und unseren Datenblättern.

Clips teilen

Eine zentrale Funktion ist natürlich das Teilen von Clips. Hiermit bestimmen Sie, welche Teile des Materials sie behalten und welche in den “Outtakes” landen. Die Funktion ist absoluter Standard und überall vorhanden.

Framegenaues Schneiden

Ein gutes Videoschnittprogramm lässt Sie Bild für Bild abspielen und somit für eine perfektes Ergebnis “framegenau” schneiden.

Über die exakte Zusammensetzung eines Videos und die Bildwiederholungsfrequenz können Sie sich etwas weiter unten informieren.

Kommentar aufzeichnen

Ist der grobe Schnitt erledigt, werden häufig sprachliche Erläuterungen oder Hinweise, beispielsweise bei Kurzdokumentationen, benötigt. Mit dieser Funktion erledigen Sie die Sprachaufnahmen direkt im Schnittprogramm.

Cliplaustärker einzeln regelbar

Eine weitere absolute Basisfunktion stellt das Regeln der Lautstärke dar. Und dies zwar nicht nur gesamt für jede Audiospur, sondern einzeln je nach Clip.

Verknüpfung zwischen Audio und Video aufheben

Wenn Sie häufiger Videos erstellen, wird Ihnen schnell die Diskrepanz zwischen dem von der Kamera aufgezeichnetem Video- und Audiomaterial auffallen. Was nützt das beste Videomaterial, wenn der Ton miserabel ist? Deshalb wird der Ton häufig separat mit einem Zusatzgerät aufgenommen und ebenfalls in das Videobearbeitungsprogramm integriert. Eine weitere Kernfunktion jedes ordentlichen Schnittprogramms ist daher die Möglichkeit, die ursprüngliche Verbindung von Video und Audiomaterial aufzuheben, das “schlechte” Audiomaterial zu löschen und mit dem neuen, separat aufgezeichneten zu ersetzen.

Clips zusammenführen/gruppieren

Häufig werden Sie auch eine Aktion direkt auf mehrere Clips anwenden wollen. Hier hilft die “Gruppieren” Funktion weiter. Ebenfalls absoluter Stadard.

Erweiterte Funktionen

Effekte

Wie bereits erwähnt, zählt die Ausgestaltung des fertig geschnittenen Materials mit Blenden und Spezialeffekten genaugenommen eigentlich schon zum Videocomposing. Deshalb bewerten wir die Effekte als Zusatzfunktionen, die im Test jedoch alle Kandidaten geboten haben. Unterschiede sind hier wiederum im Detail zu finden. Als besonders wichtig erachten wir außerdem die Möglichkeit, die meist zahlreich vorhandenen Effekte praktisch per Suchfeld durchforsten zu können. Diese war leider nicht bei allen Teilnehmern gegeben.

Keyframes

Auch die Arbeit mit Keyframes erachten wir als “erweiterte Funktion”, die ebenfalls bereits zum Composing zählt. Ein Keyframe markiert eigentlich nichts anderes als einen bestimmten Zustand eines Objekts zu einem bestimmten Zeitpunkt. Objekte können mit Hilfe von Keyframes also ganz gezielt animiert werden.

Einfaches Beispiel: Eine Einblendung

In der Timeline befinden sich zwei Videospuren. Das für den Zuschauer sichtbare Gesamtbild wird also durch zwei unterschiedliche Quellen erzeugt. Nun soll aber zu Beginn des Filmes nur eine Spur sichtbar sein, während die andere erst nach 30 Sekunden langsam eingeblendet wird. Eine Möglichkeit bestände nun darin, die zweite Spur bei der 30 Sekunden Marke zu positionieren. Hier setzt man dann einen Keyframe des Atrributs Opazität (Sichtbarkeit) mit einem Wert von 0%. Nach Beispielsweise weiteren 5 Sekunden, also insgesamt bei 35 Sekunden Video, setzt man einen weiteren Keyframe desselben Attribut mit Wert 100%. Die zweite Spur wird nun von “unsichtbar” auf “voll sichtbar” innerhalb von 5 Sekunden gebracht. Es entsteht ein Überblendungseffekt.

Zugegeben dies stellt eine sehr umständliche Methode dar, eine Überblendung zu erreichen, da Blendeffekte standardmäßig bei Videobearbeitungsprogrammen enthalten sind und ganz einfach auf den entsprechenden Clip gelegt werden können. Was das Beispiel jedoch zu vermitteln vermag, ist die grundsätzliche Funktionsweise von Keyframes und die damit verbundenen Möglichkeiten für die Postproduction. Auch wird dadurch deutlich, dass auch bereits vorhandene Effekte nichts anderes sind als die Veränderung gewisser Objektparameter über einen gewissen Zeitraum. Je nach Funktionalität des Videobearbeitungsprogramms lassen sich auch bei vorgegebenen Effekten die Parameter frei verändern.

Sonstiges

Hardwarebeschleunigung

Die Idee der “Hardwarebeschleunigung” besteht darin, dass die Grafikkarte dem Prozessor bei intensiven Rechenaufgaben Arbeit abnimmt, womit dieser entlastet wird. Aktuell unterstützen integrierte Grafikeinheiten der neueren Prozessorgenerationen hardwarebeschleunigtes Arbeiten. Die Bezeichnungen variieren hierbei je nach Hersteller. Bei Intel beispielsweise “QuickSync”.

Stabilizer und CMOS-Korrektur

Der Stabilizer ist eigentlich nichts anderes als ein Filter, der verwackelte Aufnahmen beruhigen kann. Dies wird häufig durch einen Zoom ins Bild hinein realisiert. Der Stabiliserungsfilter der Firma proDAD wirbt außerdem damit, eine nachträgliche Korrektur des Kameraobjektivs (CMOS-Korrektur) zu ermöglichen. Im Test lieferten die Stabilizer jedoch durchweg gute Ergebnisse.

Zusatzfunktionen

Neben den Schnitt- und Composingfunktionen bieten einige Kandidaten noch nette Zusatzbeigaben. Die häufigsten werden im Folgenden kurz vorgestellt.

DVD/Bluray-Authoring

Unter Authoring, englisch für Entwickeln, versteht man das Gestalten von Menüs für DVDs oder Blurays. Wenn Ihnen ein Programm diese Zusatzfunktion anbietet, erstellen Sie vor dem Brennvorgang des Datenträgers noch ein Menü für Ihren Film, meist sogarmit Hintergrundmusik. Filmmenüs kennt man von kommerziell erworbenen DVDs,diese bieten häufig noch eine Kapitelauswahl.

Angemerkt sei hierbei, dass nicht alle getesteten Programme eine Authoringfunktion anbieten. Diejenigen, die es jedoch tun, unterscheiden sich zusätzlich stark in den Möglichkeiten. Das liegt daran, dass das Auhtoring, ähnlich wie das Composing, eigentlich ein eigener Schritt in der Postproduction ist. Bei einigen Programmen finden Sie daher lediglich einige Vorlagen. Diese bieten teilweise nur die Möglichkeit eine Musikdatei als Hintergrundmusik für das Menü festzulegen und keine Untermenüs. Andere Kandidaten dagegen (Z.B.Sony Vegas Pro), liefern für das Authoring gleich eine eigene Software mit, die fast alle Möglichkeiten offen lässt.

Screencapture

Eine weitere praktische Funktion ist die Möglichkeit, seinen Bildschirm aufzunehmen. Dies ist vor allem dann nützlich, wenn Sie gerne Hilfevideos oder Tutorials erstellen möchten, in denen Sie etwas am PC zeigen müssen. Auch für Gamer ist die Funktion interessant, da sogenannte “Let’s Plays” mittlerweile zu den beliebtesten Videos auf youtube zählen. In diesem “filmt” ein erfahrener Spieler seinen Bildschirm, während er ein Spiel spielt und erklärt Anfängern dabei die besten Tricks und Kniffe.

Actioncam-Aufnahmen

Außerdem werben einige Programme mit der speziellen Unterstützung für Actioncamaufnahmen. Letztlich ist damit eigentlich nur die Unterstützung von Videomaterial mit 30 bzw. 60 Bildern pro Sekunde (Actioncams verwenden höhere Auflösung um bei schnellen Bewegungen, z.B. beim Sport, flüssige Aufnahmen zu garantieren.).

Zusätzlich finden sich dann meist einige Filter bzw. Effekte, die besonders gerne bei actiongeladenen Aufnahmen angewandt werden. Beispielsweise die automatische Wiederholung des zentralen Ausschnitts in Zeitlupe oder die Stabilisierung besonders verwackelter Aufnahmen.

Multicam

Ein ebenfalls gern herangezogener Werbeslogan ist die Multicamunterstützung. Diese besagt, dass das jeweilige Programm mit den Aufnahmen mehrerer Kameras gleichzeitig umgehen kann. Meist kommen hier Aufnahmen von ein und derselben Szene aus unterschiedlichen Perspektiven, beispielsweise bei einem Interview, zum Einsatz. Je nach Programm werden dann noch zusätzliche Optionen angeboten, wie z.B. das automatische Synchronisieren der unterschiedlichen Perspektiven, aus denen dann die jeweils passende gewählt werden kann,.

Grundsätzliche Erklärungen - Codecs, Formate, Auflösungen, Dimensionen und Bildwiederholfrequenz

Videoformat

Ein Videoformat ist letztlich nichts anderes als eine Norm, nach der ein digitales Video aufgebaut ist.

Diese legt zum Beispiel folgende Eigenschaften fest:

  • Breite und Länge
  • maximale Auflösung
  • Anzahl der Bilder pro Sekunde

Der Standard für DVDs ist beispielsweise das Mpeg2-Format, das eine Auflösung von 720 x 576 Bildpunkten bei einer Wiederholungsrate von 25 Bildern/ Sekunde vorgibt.

Codec

Ein Codec (Mischform Encoder und Decoder) sorgt dafür, dass die vom Format vorgegebene Norm eingehalten wird. Er kodiert (Kamera, Videobearbeitungsprogramm) bzw. dekodiert (DVDPlayer) das Video nach den vorgegebenen Regeln. Um bei oben genanntem Beispiel zu bleiben: Ein bekannter Codec für das Mpeg2 (DVD) Format ist beispielsweise FFMpeg.

Videocontainer

Ein Videocontainer stellt eine Art Box dar. In dieser Box können neben Videoformaten auch weitere Elemente, wie beispielsweise Untertitel oder zusätzliche Audiospuren enthalten sein.

Dadurch, dass manche Videocontainer mehrere Videoformate als Inhalte zulassen, kann es vorkommen, dass sich von zwei (für den Ottonormalverbraucher) identisch wirkende Dateien (gleiche Endung), nur eine mit dem Lieblingsplayer abspielen lässt. Da einmal ein vom Player unterstütztes Videoformat enthalten ist und einmal nicht.

Sehr bekannte Containerformate sind beispielsweise das etwas in die Jahre gekommene AVI und das aktuellere MKV.

Bildwiederholungsfrequenz

Erklärung der Bildwiederholungsfrequenz

Die Bildwiederholungsfrequenz (in der Einheit Hertz) gibt an, wie viele Bilder pro Sekunde das Auge des Zuschauers beim Ansehen eines Filmes vorgesetzt bekommt. Ab einer Wiederholungsfrequenz von 25 Bildern/Sekunde erkennt das menschliche Gehirn eine “flüssige” Bewegung. Viele Regisseure halten dennoch, ganz bewusst, an der 24 Hz Technik fest, mit der der klassische “Kinolook” entsteht, da beispielsweise Kameraschwenks etwas ruckelig erscheinen.

Halb- und Vollbilder

Zusätzlich zur Wiederholungsfrequenz unterscheidet man zwischen Halb- und Vollbildern. Dies liegt an der Einführung des Zeilensprungverfahrens, das entwickelt wurde um die benötigte Bandbreite beim Ausstrahlen von Fernsehsendungen zu reduzieren. Um an dieser Stelle nicht zu komplex zu werden, sei nur festgehalten, dass das Videomaterial je nach Aufnahme und Transportweg unterschiedlich angezeigt wird. Bei der Anzeige in Halbbildern wird das Bild zeilweiße aufgebaut. Hier werden entweder zuerst alle geraden und dann die ungeraden Zeilen angezeigt oder exakt umgekehrt. Im menschlichen Gehirn werden diese Halbbilder dann wieder zu Vollbildern zusammengesetzt. Seit dem Siegeszug des HD Material sind Videos zunehmend nur in Vollbildern aufgezeichnet. Bei der Angabe 1080p beispielsweise steht das p für “progressive” und gibt an, dass es sich um Vollbilder handelt. Bei 1080i dagegen steht das i für “interlaced” und gibt an, dass es sich um Halbbilder handelt.

Tipp: Wichtig für Sie ist vor allem, dass Sie Ihr Projekt einheitlich gestalten, um unschöne Nebeneffekte zu vermeiden. Wenn Sie also zwei (oder mehr) Kameras zum Aufnehmen verwenden möchten, sollten sie beide entweder auf progressive oder interlaced stellen. Bei der Auflösung (Erklärung unten) sollten Sie die höchstmögliche wählen, die beide Kameras unterstützen. Vermeiden Sie also nach Möglichkeit Aufnahmen mit unterschiedlichen Auflösungen oder Frameraten.

Europäischer Standart PAL

PAL steht für Phase-Alternating-Line und ist das Verfahren, das in Europa für das Aussenden von TV-Programmen zum Einsatz kommt. Bei der in Deutschland gültigen PAL-Norm werden pro Vollbild insgesamt 625 Zeilen übertragen. Die Bildwiederholungsfrequenz beträgt 25 Bilder/ Sekunde (Halbbildfrequenz von 50 Hz).

Da wie oben erwähnt vor allem amerikanische Kinofilme häufig mit 24 Bildern/ Sekunde aufgenommen werden, kommt es bei der Ausstrahlung im deutschen Fernsehen zu einer Beschleunigung des Filmes (da in 25 Bildern/ Sekunde ausgestrahlt wird) und damit verbunden zu einer Laufzeitverkürzung um etwa 4%. Die Folgen sind allerdings meist nur von sehr audiophilen Menschen wahrnehmbar, da die im Film vorkommenden Musikstücke durch die Beschleunigung um einen Halbton erhöht sind.

Amerikanischer Standart NTSC

NTSC (National Television System Committee)ist das amerikanische Pendant zum europäischen PAL und verwendet eine Bildwiederholungsfrequenz von 29,97 Vollbildern bzw. 59,94 Halbbildern pro Sekunde.

Dimensionen

Bei den Dimensionen eines Video unterscheidet man zwischen dem herkömmlichem 2D (Darstellung auf zwei Ebenen beschränkt) und dem neueren 3D. Bei letzterem wird für den Zuschauer, dessen Augen zwei unterschiedliche Bilder präsentiert bekommen, der Eindruck eines dreidimensionalen Bildes erzeugt. Dies kann auf unterschiedliche Arten, beispielsweise durch das streoskopische 3D Verfahren oder das anaglyphische 3D Verfahren (Rot-Grün-Verfahren) erreicht werden.

Auflösungen

SD

SD steht für Standard Definition Television und ist, wie der Name vermuten lässt ein Standard für die TV Ausstrahlung. Die SD Auflösung beträgt bei PAL maximal 720 x 576 und bei NTSC 720 x 480 Pixel.

HD

Im Zuge der Weiterentwickelung von SD wurde die Auflösung deutlich erhöht. Die Spanne von HD (High Definition) Auflösungen reicht von 1280 x 720 Pixeln (Half HD, HD-Ready) bis zu 1920 x 1080 Pixeln (Full HD).

UHD/ 4K

Für den Normalnutzer erst seit kurzem verfügbar sind TV Geräte, die auch die sogennante Ultra HD Auflösung unterstützen. Diese ist eine Weiterentwicklung der HD Auflösung und besitzt eine viermal so hohe Gesamtpixelzahl (3840 x 2160 Pixel). Alternativ zur Bezeichnung UHD (Ultra High Definition) ist auch die Bezeichnung 4K geläufig.

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