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Montag, 16 Juli 2018
9 Minuten Lesezeit

Geld verdienen mit dem Blog: Nicht ohne Strategie

Daniela Sprung
Kommunikationsberaterin von trusted

„So verdienst du Geld mit deinem Blog!“ „10 Wege, um deinen Blog zu monetarisieren!“ „Ich zeige dir, wie du mit deinem Blog Geld verdienst.“ Solche und ähnliche Headlines finden sich gefühlt in jedem zweiten Blogartikel zum Thema „Bloggen“. Einen entscheidenden Aspekt blenden die Autoren allerdings meist aus.

Das Interessante daran ist nämlich, dass diese Autoren ihren Lesern eigentlich immer den Weg zum „passiven Einkommen“ erklären wollen. Allerdings haben sie oft selbst erst seit wenigen Wochen oder Monaten einen Blog. Darum mein Tipp: Finger weg von diesen Blogs und Personen.

Natürlich lässt sich über das Blog als Plattform Geld erwirtschaften. Das setzt aber voraus, dass a) klar ist, in welcher Nische Sie sind, b) Sie eine Strategie haben und c) verdammt guten Content. Nur wenn diese drei Faktoren gegeben sind, haben Sie eine Chance, Geld mit Ihrem Blog zu verdienen. Und jetzt meine Frage: Können Sie alle drei Punkte mit Ja beantworten?

Sie sehen, ich bin dem Thema gegenüber durchaus kritisch eingestellt. Darum möchte ich in diesem Artikel auf die Möglichkeiten der Monetarisierung eines Blogs eingehen und Sie dafür sensibilisieren, den für Sie richtigen Weg zu finden.

Ein Blog muss Nutzen bringen

Jochen Mai betreibt die Karrierebibel. Mit täglich 180.000 Lesern, also über 3 Millionen Lesern im Monat, ist es Deutschlands erfolgreichster Blog bzw. Online-Magazin zum Thema Job und Karriere. Mai hat inzwischen mehrere festangestellte und einige freie Redakteure und verdient Geld mit Anzeigen, die auf dem Blog geschaltet sind. Darüber hinaus ist er als Berater und Speaker tätig. Seiner Erfahrung nach braucht ein Blog mindestens 1.000 Leser pro Tag, damit sich Affiliate und Anzeigen lohnen.

Sascha Pallenberg ist der erfolgreichste Techblogger in Deutschland. Er hat den Blog Mobile Geeks gegründet und ist jetzt Head of Digital Communication bei Daimler. Mit Mobile Geeks hat er sein Geld verdient und 2015 den, wie ich finde, hervorragenden Artikel „Erfolgreich Bloggen – Von der Idee zur finanziellen Unabhängigkeit“ veröffentlicht. Darin schreibt er:

Potenzielle Monetarisierung geht nur über Relevanz. […] Stell dich drauf an ein, dass du nicht mit Adsense zum Millionär wirst. Konzentrier dich auf dein Thema und sieh zu, dass du in deiner Nische einer der Besten bist bzw. lerne von diesen. Kopiere nicht, sondern entwickle deinen eigenen Stil und höre abermals und immer wieder auf deine Leser.

Damit wird klar, wie wichtig eine eindeutige Positionierung ist und dass ein Blog nützlichen und hilfreichen Content bieten muss. Allein das führt dazu, dass viele Internet-Nutzer ihn lesen, ihn weiterempfehlen und immer wiederkommen. Ihr Anspruch sollte es sein, die Leser schlauer zu machen als sie es waren, bevor sie auf Ihren Blog gestoßen sind.

Das setzt wiederum voraus, dass Sie viel Arbeit in Ihren Blog investieren, um redaktionell wertvolle Artikel zu produzieren, die wiederum den Lesern einen Mehrwert bieten. Ihnen nützt das schönste Affliliate-Programm nichts, wenn Sie keine Leser haben. Niemand wird auf eine Anzeige klicken, wenn er das darauf gezeigte Produkt nicht braucht.

Ein Blog braucht Zeit

Jeder Blog braucht Zeit zum wachsen. Bis ein guter Blog läuft, also die ersten nennenswerten Leserzahlen hat, braucht es rund ein Jahr. Das hängt auch davon ab, wie häufig Sie veröffentlichen, welche Inhalte Sie publizieren und wie wer Ihren Blog weiterempfiehlt. Kein Blog funktioniert ohne Netzwerk und gutes Seeding. Letzteres bedeutet, dass Ihre Artikel auch über die sozialen Netzwerke geteilt werden sollten. Damit dort Aufmerksamkeit generiert wird, benötigt es wiederum eine Community, die sich für den Content interessiert, um darauf zuzugreifen. Bringen Sie also Zeit mit - und einen langen Atem.

Jeder Blog muss nach außen klar machen wofür er steht, was der Leser dort erwarten kann. Erst wenn die Positionierung klar ist kann sie eindeutig kommuniziert werden. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, dann wird die Monetarisierung des Blogs schwer.

Kein Monetarisierungsweg ohne Plan B

Einer der bekanntesten Wege, um ein Blog zu monetarisieren, ist die Einbindung von Affliateprogrammen. Amazon ist dabei der bekannteste Anbieter. Viele Unternehmen wählen diese Art der Kooperation, um ihre Produkte zu vertreiben. Und es gibt Plattformen, die verschiedene Affliate-Programme anbieten. Aber wie bei allem im Leben gilt: Nichts ist für die Ewigkeit.

Solche Programme und Plattformen können jederzeit eingestellt werden oder ihre Voraussetzungen ändern. Zudem lohnt sich die Zusammenarbeit nur unter bestimmten Voraussetzungen. Zum Beispiel muss eine ausreichend hohe Leserzahl vorhanden sein, die auf den oder die Affliate-Links zugreift. Jochen Mai hat als Tipp auf meiner Konferenz Blog4Business den Hinweis gegeben, dass rund 1.000 Leser pro Tag auf einem Blog nötig sind, um ein nennenswertes Einkommen zu generieren. Das Problem besteht darin, dass die meisten Affliate-Programme die Provision eher niedrigschwellig ansetzen.

Beispielsweise offeriert Amazon eine Werbekostenerstattung zwischen einem 10 Prozent. Natürlich ist ein Prozent Erstattung bei einem hochpreisigen Fernseher höher als 7 Prozent bei einem Buch. Aber auch hier gilt: die Menge macht‘s, wenn Sie davon leben möchten.

Natürlich gibt es auch Programme, die eine wesentlich höhere Provision anbieten. Dazu muss allerdings die Zielgruppe stimmen, die diese Produkte kauft. Hier geht es dann weniger über die Menge als vielmehr über eine bestimmte Nische, die für das Einkommen sorgt. Diese Nische müssen Sie aber erst einmal bedienen können.

Fakt ist: Wenn diese Programme eingestellt werden und keine anderen Standbeine vorhanden sind, dann wird es schwierig, den Verlust kurzfristig auszugleichen.

Eigene Produkte als Geldquelle

Grundsätzlich gilt bei Kommunikation im Netz: Schaffe Sie sich Ihre eigene Plattform, die kann Ihnen keiner wegnehmen. Das gilt auch für das Geld verdienen mit dem Blog. Hilfreich können eigene Produkte sein wie:

  • E-Books
  • Online-Kurse
  • Bezahlte Mitgliedschaften
  • Events
  • Vorträge

Eigene Produkte bieten mehrere Vorteile: Zum Einen bleibt der ganze Umsatz und Gewinn bei Ihnen. Zum Anderen zahlt der Verkauf in Ihre Marke und Positionierung ein. Sie verkaufen IHR Produkt an Ihre Zielgruppe. Das heißt, wer bei Ihnen kauft, ist vielleicht auch an weiteren Angeboten aus Ihrem Portfolio interessiert. Zudem schaffen Sie auf diese Weise Wege, um Ihre Zielgruppe weiter an Sie zu binden, und Sie verstärken Ihr Netzwerk. Wenn Sie die Idee weiterdenken, beispielsweise im Hinblick auf Kooperationen, dann eröffnen sich Ihnen vielleicht ganz neue Vertriebswege.

VG Wort, die unterschätzte Quelle

Jeder Artikel, der online veröffentlicht wird, kann der bei VG Wort eingereicht werden. Konkret funktioniert das a) über Zählmarken, die via Plugin ermittelt werden, und b) durch Auflistung und Nennung der Artikel. Die Mindestvoraussetzung ist, dass der Beitrag mindestens 1.800 Zeichen umfasst (inkl. Leerzeichen) und mindestens 1.500 Visits pro Text und Kalenderjahr vorweist, wenn der Artikel auf Ihrem eigenen Blog erschienen ist. Zudem ist der ganze Vorgang selbst recht bürokratisch. Um an dem Ausschüttungsverfahren teilnehmen zu können, müssen Sie vorab einen Wahrnehmungsvertrag mit der Organisation abschließen und für jeden Artikel die geforderten Mindestdaten liefern. Das kann sehr aufwendig werden, sich aber auch lohnen, wenn die Menge stimmt.

Werbebanner, Ads und Vermarkter

Andere Wege, um mit dem Blog Geld zu verdienen, sind die klassischen Maßnahmen von Bannerschaltung, Google Ads und die Hilfe von Vermarktern. Ersteres ist ziemlich oldschool und der Kunde möchte natürlich Ergebnisse sehen. Meistens wird mit Tausender Kontaktpreisen gerechnet oder Costs per Click. Hier kann es also dauern, bis sich Geld verdienen lässt. Und seien wir ehrlich: Schön waren Banner noch nie. Das wird sich auch nicht mehr ändern.

Google Ads Sense zu nutzen, ist eine beliebte Methode, um passives Einkommen über Ihren Blog zu erzielen. Das Einrichten ist sehr einfach, aber auch hier kommt es darauf an, dass möglichst viele Menschen die Anzeigen anklicken. Weitere Faktoren, die eine Rolle spielen, sind die Menge der Anzeigen auf dem Blog und wie viele Personen den Blog aufrufen, um auf die Google Ads zu klicken. Egal, wie Sie es drehen und wenden, es kommt immer auf die Masse der Blogbesucher an.

Vermarkter sind Personen, die sich darum kümmern, den richtigen Werbekunden zu vermitteln. Blogfoster ist zum Beispiel im Bereich Blogger ein solcher Vermarkter. Hier werden Unternehmen und Blogger zusammengebracht, so dass Sponsored Posts, also bezahlte Beiträge zu den Produkten der Unternehmen, veröffentlicht werden. Ähnliches gibt es für Anzeigen und Online-Werbung im Netz. Der Nachteil hierbei ist, dass der Vermarkter einen prozentualen Anteil an den Umsätzen einstreicht. Das heißt, dass Sie die Arbeit vergüten müssen und damit Ihr Einkommen schmälern.

Sponsored Posts und Auftragsarbeiten

Bezahlte Beiträge, sogenannt Sponsored Posts, werden oft von Bloggern umgesetzt. Die Faustregel besagt: Mindestens 500 Euro sollte pro Artikel verlangt werden. Das hängt aber davon ab, wie viele Leser das Blog hat und wie viele Fans und Follower der Blogger auf seinen sozialen Netzwerken verzeichnet. Natürlich kann der Preis auch darüber liegen, wenn die Blogzahlen entsprechend hoch sind oder aber wenn Ihr Blog eine interessante Nische bedient, so dass das Unternehmen davon ausgehen kann, dass es hier sehr zentriert seine Zielgruppe erreicht.

Auftragsarbeiten sind typische Texterjobs. Viele Unternehmen schaffen es nicht, eigenen Content zu generieren. Sie nehmen dann die Unterstützung von Textern oder Bloggern in Anspruch. Eine perfekte Nische für schreibbegabte Autoren. Um an Aufträge zu kommen, gibt es Plattformen wie Content.de, um sich zu registrieren. Die Aufträge liegen bei wenigen Cent pro Wort. Eine andere Option sind Weiterempfehlungen. In diesem Zusammenhang können Sie dann auch die eigenen Preise kommunizieren. Diese variieren stark in der Branche, je nach Background und Erfahrung des jeweiligen Texters oder Bloggers. Als Benchmark werden etwas 40 bis 80 Euro pro Stunde aufgerufen. Das Problem ist, dass nur wenige Unternehmen bereit sind, bis zu 300 Euro pro Artikel zu zahlen. Zeitungen selbst arbeiten mit Zeilenhonoraren, die oftmals unter 1 Euro/Zeile liegen. Dafür gibt es dann vielleicht noch ca. 35 Euro pro Foto.

Fazit

Geld verdienen mit dem Blog ist möglich. Doch ganz gleich, wie man es dreht und wendet, ohne Arbeit in Ihren Blog zu stecken geht gar nichts. Dazu gehört es, herauszuarbeiten, für was Ihr Blog steht, wie er wahrgenommen werden soll und wen er anspricht. Kurzum: Hier ist strategische Arbeit gefragt.

Vieles hängt davon ab, eine Community und Leserschaft zu haben, die groß genug ist, um die eigenen Produkte zu kaufen bzw. die Anzeigen und Banner zu klicken. Selbst das Schreiben und Verkaufen von Artikeln ist erst möglich, wenn ein gewisser Bekanntheitsgrad herrscht oder ein funktionierendes Netzwerk Sie weiterempfiehlt. Ohne Reputation, Positionierung und Nische funktioniert das Monetarisieren eines Blogs nicht. Dabei ist eine Sache sehr wichtig: Hören Sie auf Ihre Leser. Die sagen Ihnen, was sie wollen. Wenn Sie Ihnen das liefern, wird auch Ihr Blog wachsen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

trusted